Pinneberg
Politik

Ein Aderlass in Quickborner Verwaltung

Das Rathaus in Quickborn

Das Rathaus in Quickborn

Foto: Kolarczyk

Weil etliche Fachbereichsleiter in Ruhestand gehen, steht Generationswechsel bevor. Bürgermeister Köppl will Bereiche zusammenzulegen.

Quickborn.  Großes Stühlerücken im Quickborner Rathaus: In den nächsten zwei Jahren verliert die Stadt die Hälfte ihrer bislang zwölf Fachbereichsleiter. Die meisten von ihnen gehen in den Ruhestand, einer wandert zu der gemeinsamen IT-Gesellschaft KommunIT ab, an der Quickborn und der Kreis Pinneberg beteiligt sind. Bürgermeister Thomas Köppl will diese Abgänge dazu nutzen, die Bereiche Recht und Strategiemanagement zusammenzulegen. Dadurch sollen mittelfristig rund 40.000 Euro im Jahr eingespart werden.

Diese beiden Fachbereiche sind zum Jahresende vakant. So geht Rechtsamtsleiter Ulrich Knees in den Ruhestand. Ralf Gercken, der den Bereich Strategiemanagement führte, wechselt zeitgleich zu KommunIT, wo er Geschäftsführer wird. Nach 30 Jahren in der Quickborner Verwaltung wollte er mal etwas Neues anfangen, begründet Gercken diesen Schritt. Die Stadt hat die A-14-Stelle jetzt ausgeschrieben. Aus der Politik kam der Wunsch, dafür möglichst einen Volljuristen auszuwählen. Köppl möchte lieber einen erfahrenen Verwaltungsmann haben. „Ein Jurist ohne Verwaltungserfahrung wäre schwierig“, sagt er.

Der FDP geht die Entwicklung noch nicht weit genug

Bei komplexen Rechtsfragen müsse die Verwaltung ohnehin eher externe Spezialisten einschalten. Wenn in zwei Jahren Personalchef Georg Putz in Pension geht, soll auch diese Aufgabe diesem Bereich zugeordnet werden.

Weitere Abgänge betreffen das Liegenschaftsamt, das die langjährige Leiterin Birgit Raphael vor einigen Monaten an ihren Stellvertreter Helge Maurer übergab. Stadtentwicklungschefin Friederike Lattmann geht in einem Jahr in Rente. Und auch die Leiterin des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit, Helga Lohse, wird wohl in den nächsten zwei Jahren in Pension gehen.

FDP-Fraktionschefin Annabell Krämer hatte als Bürgermeisterkandidatin im Wahlkampf die große Zahl der Fachbereiche als ineffizient kritisiert. Insofern sei diese Entwicklung jetzt zu begrüßen, gehe ihr aber noch nicht weit genug, sagt sie. „Es wäre auch schön, wenn der eine oder andere Fachbereich durch den eigenen Nachwuchs im Rathaus besetzt werden könnte.“ Quickborn beschäftigt zurzeit etwa 245 Mitarbeiter auf 202 Vollzeitstellen, die 11,9 Millionen Euro Personalkosten verursachen.