Pinneberg
Tornesch

SPD vertagt Entscheidung zum Rathaus erneut

Sanierung oder Neubau? Die Entscheidung über das Tornescher Rathaus wurde von den Politikern abermals vertagt

Sanierung oder Neubau? Die Entscheidung über das Tornescher Rathaus wurde von den Politikern abermals vertagt

Foto: Fabian Schindler / HA

Nach den Bürgermeisterwahlen im kommenden Jahr soll die Digitalisierung der Arbeit im Tornescher Rathaus vorangetrieben werden.

Tornesch.  Die Entscheidung über die Zukunft des Tornescher Rathauses ist abermals vertagt worden. Die SPD hat mit ihrer Mehrheit am Montagabend im Hauptausschuss die Forderung der CDU, sich endlich festzulegen, abgewehrt. Die Union kritisiert den Schritt und fürchtet, dass sich die Stadt in ihrer Entwicklung selbst lähme.

CDU-Fraktionschef Christopher Radon und FDP-Ratsherr Gunnar Werner plädierten dafür, die Sanierung des Gebäudes zügig auf den Weg zu bringen. Die jüngst einberufene Einwohnerversammlung habe gezeigt, dass das Interesse an einem und die Gründe für einen Neubau nicht stichhaltig genug seien, um ein solches Projekt weiter zu verfolgen. „Es gibt kaum Gründe, die für einen Neubau sprechen“, so Radon. Im Gegenteil: Millionenschulden, Flächenversiegelung und auf Jahre hinaus eine Blockade der Entwicklung von Flächen in der Innenstadt würden drohen, sollte die SPD an ihrer Position festhalten.

SPD-Fraktionschef Manfred Mörker kontert: „Was die CDU und die FDP wollen, ist ein Schnellschuss.“ Da das Tornescher Stadtzentrum ohnehin überplant werden soll, müsse in den Fraktionen besprochen werden, welche Optionen sich für Rathaus und Innenstadt böten. Vorschläge, die der SPD von Bürgern zur Gestaltung des Stadtzentrums vorlägen, sollten zunächst kritisch geprüft werden, bevor im Ausschuss ein Entschluss gefasst werde. Es sei eine „einmalige Chance“ für die Stadt, ihr Gesicht für die kommenden Jahrzehnte zu prägen. Diese dürfte nicht vertan werden, so Mörker.

Radon dagegen hält daran fest, dass der Schritt der SPD falsch sei, nicht nur aus Kostengründen. „Ein Rathaus im Zentrum, das ist natürlich charmant. Aber das war es dann auch. Der Trend bei den Rathäusern geht ohnehin zur Digitalisierung“, sagt Radon. Daher sei auch der Nutzen eines reinen Verwaltungsneubaus in der Stadtmitte mehr als fraglich. Die Digitalisierung müsse beim Überplanen des Rathauses vielmehr stärker in den Fokus der Parteien rücken.

Gedankenaustausch mit der Stadt Norderstedt angeregt

Dass die Digitalisierung bei der Verwaltungsarbeit zunehmend an Bedeutung gewinnen wird, das bestätigt Torneschs Büroleiterin Inga Ries. Elektronische Dokumente und Akten, ein E-Government, das alles sei von Landesseite ohnehin per Gesetz geplant und werde schrittweise umgesetzt. Die Zahl der Besucher im Rathaus werde daher künftig voraussichtlich geringer als bislang ausfallen.

Wie das digitale Rathaus im Detail aussehen kann, darüber sollten sich die Parteien eingehend informieren und aus Norderstedt Erfahrungen und Informationen einholen, meint Radon. In der Stadt im Kreis Segeberg wird das digitale Rathaus bereits weitgehend umgesetzt.

Die gewonnenen Einblicke könnten bei der Planung der Rathauszukunft weiterhelfen, denn die Verwaltung müsse sowohl bei Sanierung als auch Neubau die Kosten für die Infrastruktur des Rathauses mit berücksichtigen. „Ein Gedankenaustausch mit Norderstedt ist nicht verkehrt“, urteilt auch SPD-Ratsherr Manfred Fäcke.

CDU, SPD und FDP haben die Digitalisierung einstimmig beschlossen. Diese soll aber erst nach den Bürgermeisterwahlen 2017 beginnen, damit das Projekt vom neuen Verwaltungschef langfristig begleitet wird.