Pinneberg
Elmshorn

Vom Tischlerlehrling zum Berufsschulleiter

Erik Sachse ist neuer Chef der Berufsschule in Elmshorn

Erik Sachse ist neuer Chef der Berufsschule in Elmshorn

Foto: HA

Erik Sachse ist neuer Chef der Berufsschule in Elmshorn, an der 3500 Schüler unterrichtet werden und an der er selbst lernte.

Elmshorn.  Erik Sachse steht vor der Berufsschule in Elmshorn. Hier kennt der 47-Jährige sich bestens aus. Seit knapp drei Jahrzehnten. Denn hier schloss er vor 24 Jahren seine Ausbildung zum Tischler ab. Jetzt ist Sachse zurückgekehrt – und zwar als Chef der Bildungseinrichtung. „Erhebend“, nennt er das Gefühl. Und ganz nebenbei kann sich der neue Schulleiter auch noch über einen millionenschweren Neubau freuen. „Von der alten Werkstatt, in der ich gelernt habe, ist nichts übrig geblieben“, sagt der gebürtige Hamburger und Junggeselle. „Alles ist jetzt moderner und viel besser ausgestattet.“

Neue Werkstatt für 9,5 Millionen Euro

Ganz billig war das nicht. Den Werkstattneubau, der kürzlich eingeweiht wurde, ließ sich der Kreis Pinneberg satte 9,5 Millionen Euro kosten. Eine Investition in die Zukunft, von der sehr viele Menschen profitieren. Die berufliche Schule in Elmshorn, die sich auch Europaschule nennt, wird nach Angaben von Sachse von 3500 Schülern besucht, auch wenn die nicht alle zeitgleich unterrichtet werden Das Kollegium, an dessen Spitze Sachse seit Beginn des Schuljahrs steht, zählt derzeit 180 Pädagogen.

Im Anschluss an seine Tischlerausbildung an der Europaschule hatte Erik Sachse nochmal kräftig draufgesattelt, um als Lehrer zurückkehren zu können. 2002 tauchte er dann nach dem Studium als Referendar wieder an der Elmshorner Berufsschule auf. Neben seiner Tätigkeit als Berufsschullehrer arbeitete er später fünf Jahre als Studienleiter beim Institut für Qualitätssicherung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) – und unterrichtete in dessen Auftrag angehende Lehrkräfte in den Fächern Wirtschaft, Politik, Gemeinschaftskunde und Berufspädagogik.

Vor vier Jahren dann verließ Erik Sachse die Europaschule erneut, um sich andernorts Sporen zu verdienen, die ihm später den Sprung auf einen Chefsessel erlauben sollten. Als stellvertretender Schulleiter sammelte er an der Walther-Lehmkuhl-Schule in Neumünster wichtige Erfahrungen, bevor er sein zweites Comeback in Elmshorn in Angriff nahm.

Der Job an der Europaschule sei „ein Glücksfall“, sagt Sachse. Besonders erfreuen ihn die prima Bedingungen für die Ausbildung in den Bereichen Holz-, Sanitär- und Metalltechnik. Die Inbetriebnahme der nagelneuen Werkstatt verbessere die Ausbildungssituation der Jugendlichen im Kreis Pinneberg erheblich und sorge für eine nachhaltige Standortsicherung.

Die Planungen für das neue Werkstattgebäude hatten im Juni 2013 begonnen. Im Mai 2015 war der Grundstein gelegt worden. Auf 4600 Quadratmetern Bruttogeschossfläche können nun bis zu 660 Auszubildende und Schülerinnen und Schüler zeitgleich in modernen, lichtdurchfluteten Räumen unterrichtet werden. Zur Einweihung des Neubaus und der Amtseinführung von Sachse folgten mehr als 200 Gäste den Grußworten von Anja Siegel vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes Schleswig-Holstein, von Kreispräsident Burkhard E. Tiemann und Landrat Oliver Stolz. Letzterer überreichte einen Kuchen in Form eines Schlüssels. Für das neue Werkstattgebäude wünscht sich der Schulleiter „eine langfristig nachhaltige Auslastung“ und „dass Schüler die moderne Ausstattung tagtäglich nutzen, so wie sich das Planer, Schulleitung und Träger gewünscht haben“. Die Werkstatt biete im Übrigen auch Flüchtlingen gute Möglichkeiten, sich im Bereich der Holz- und Metalltechnik sowie im Nahrungs- und Genussmittelgewerbe weiterzubilden.

An der Europaschule in Elmshorn können junge Menschen ihr Fachabitur erwerben. Zudem werden Friseure, Floristen, Hotelfachkräfte, Maler und Feinmechaniker ausgebildet. Die Fachrichtungen Wirtschaft sowie Gesundheit und Ernährung werden ebenfalls abgedeckt. Schüler mit Hauptschulabschluss haben die Möglichkeit, in zwei Jahren den Realschulabschluss nachzuschieben. Auf viele neue Gesichter hat sich Rückkehrer Sachse nicht einstellen müssen. Viele seiner Kollegen kennt er noch aus alten Zeiten. „Etwa 80 Prozent der Lehrer haben mich als Schüler kennengelernt“, so der 47-Jährige, der im Elmshorner Stadtteil Lieth lebt.