Pinneberg
Hetlingen

Leuchtturm Juelssand soll Trauzimmer werden

Der Leuchtturm Juelssand

Der Leuchtturm Juelssand

Foto: Röhrbein, Ingo (Hamburg, DEU) / Roehrbein, Ingo (Hamburg, DEU)

Hetlingens Bürgermeisterin will ältestes Leuchtfeuer an der Unterelbe mithilfe eines Fördervereins erwerben und fürs Standesamt nutzen.

Hetlingen.  Kann es einen schöneren Ort für Freunde des Maritimen geben, um den Hafen der Ehe anzusteuern? Der Leuchtturm Juelssand wurde 1896 erbaut, gehört also zum Seefahrer- Erbe an der Elbe. Das 2010 außer Dienst gestellte Leuchtfeuer befindet sich nicht nur direkt am Fluss, sondern auch noch mitten in der unberührten Natur. Das Naturschutzgebiet Haseldorfer Binnenelbe mit Elbvorland gehört zu den wichtigsten Natura 2000-Gebieten Europas. „Wir möchten das ehemaligen Leuchtfeuer als Trauzimmer des Standesamtes nutzen“, sagt die Hetlinger Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU). Die Immobilie steht auf Hetlinger Gemeindegebiet. Dazu möchte sie während der nächsten Gemeindevertretersitzung einen Grundsatzbeschluss zum Erwerb fassen lassen.

Denn die Zukunft des ältesten Leuchtturms an der Unterelbe ist ungewiss, weil das Wasser- und Schifffahrtsamt es los werden will. Mit dem Verkauf wurde das Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) beauftragt, die das Gebäude im Rahmen eines Bieterverfahrens losschlagen soll. Dieser Prozess ist nur zu stoppen, wenn das Objekt an die Gemeinde verkauft wird und die es für einen öffentlichen Zweck nutzt.

Monika Riekhof suchte den Kontakt zu Edelgard Heim, die als Leiterin des Haseldorfer Elbmarschenhauses oberste Naturschützerin des Landes an der Unterelbe ist. „Ich befürworte das Projekt“, sagt die Diplom-Biologin. Sollte der Leuchtturm meistbietend verkauft werden, befürchtet sie, dass die neuen Besitzer sich nicht an die Regeln im Naturschutzgebiet halten könnten.

Viele Menschen in der Marsch zweifeln, ob das maritime Wahrzeichen erhalten bleibt, wenn es an eine Privatperson oder einen Investor verkauft wird. Der Leuchtturm steht nicht unter Denkmalschutz. Der Käufer müsste den Turm erhalten, das sei ihr vom Bundesamt telefonisch versichert worden, berichtet die Hetlinger Bürgermeisterin. Allerdings wäre es denkbar, dass der neue Besitzer gar nichts mit der Immobilie macht. Da die sanierungsbedürftig ist, wäre der endgültige Verfall vorprogrammiert. Bewältigen muss der neue Besitzer in jedem Fall das Problem des Zugangs. Juelssand ist, da es sich im Naturschutzgebiet befindet, weder zu Fuß noch per Fahrzeug, sondern einzig von der Wasserseite per Schiff erreichbar.

In Gesprächen konnte die Bürgermeisterin von einigen Behörden bereits positive Signale empfangen. Die Finanzierung des Kaufs soll nach ihren Vorstellungen über einen zu gründenden Förderverein erfolgen, der Spenden einnehmen kann. Gibt der Gemeinderat sein Okay, kann die BImA ein Gutachten in Auftrag geben, mit dem der Kaufpreis für die Hetlinger ermittelt wird.

Auf den geplanten Verkauf hatte als Erster der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann aufmerksam gemacht. „Wenn sich hier die Belange von Umweltschutz und Heimatpflege realisieren ließen, würde ich das sehr begrüßen“, lobt er die Initiative der CDU-Bürgermeisterin. Hinzu käme die charmante Idee eines Trauzimmers in einmaliger Lage. „Ich freue mich deshalb über die Initiative, dieses Gebäude über einen Förderverein zu erhalten. Alle beteiligten Stellen sollten die Gemeinde jetzt bei Umsetzung und Ausgestaltung unterstützen,“ sagt Rossmann.

Doch nicht alle sehen die Riekhof-Initiative so positiv. „Eine total schöne Idee“, urteilt Michael Rahn, Oppositionsführer der Freien Wahlgemeinschaft (FW) Hetlingen in der Gemeindevertretung. „Die Gemeinde würde mit dem Kauf aber ein sehr hohes Risiko eingehen.“ Deswegen hatten die Freien Wähler während einer Mitgliederversammlung beschlossen, gegen den Erwerb zu stimmen. Rahn bringt eine andere Variante ins Gespräch. „Wenn das Elbmarschenhaus den Leuchtturm kaufen würde, hätten wir damit keine Probleme“, sagt der Fraktionssprecher.