Pinneberg
Uetersen

Kleine Stadthalle soll Hochzeitsort werden

Die Hochzeitsinsel im Rosarium ist bei Paaren beliebt. Bald soll auch in der nahegelegenen Stadthalle geheiratet werden können

Die Hochzeitsinsel im Rosarium ist bei Paaren beliebt. Bald soll auch in der nahegelegenen Stadthalle geheiratet werden können

Foto: Charlotte Klein

100 Euro pro Trauung: Stadt Uetersen verspricht sich Mehreinnahmen von knapp 13.000 Euro im Jahr durch den neuen Ort für die Trauung.

Uetersen.  Der angekündigte Austritt des Amtes Moorrege aus der Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Uetersen bleibt nicht ohne Auswirkungen auf das Hochzeitsangebot der Rosenstadt. Die Stadt will wegen wegfallender Trauungsorte in Haseldorf nun die Kleine Stadthalle für Zeremonien nutzen.

Ende des Jahres fallen für Uetersen die Haseldorfer Trauräume in der Bandreißerkate, dem Haseldorfer Hof und dem Deichhof-Café weg. Sie waren bei Hochzeitspaaren wegen ihres Flairs durchaus begehrt. Mit der Kleinen Stadthalle könnte Uetersen nun einen alternativen Ort für standesamtliche Trauungen direkt am Rosarium anbieten. Das würde auch die Einnahmesituation der Stadthalle deutlich verbesser.

Der Betrieb des Gebäudes ist seit Jahren defizitär, insbesondere weil die Personalkosten für den Hausmeisterdienst stark zu Buche schlagen. Zwischenzeitlich war sogar schon im Gespräch, die Stadthalle zu schließen. Eine Option bestand alternativ darin, die Kosten für Vereine und Verbände, die die Kleine Stadthalle nutzen, deutlich zu erhöhen. Davon wollen Politik und Verwaltung Abstand nehmen.

Sie fürchten, dass viele Vereine die Mehrkosten nicht tragen könnten. Die Folgen einer Gebührenerhöhung waren schnell zu erkennen: Die Stadthalle würde als Veranstaltungsort bedeutungslos, die Kostenfrage damit nicht gelöst und das Vereinsleben der Stadt empfindlich gestört. Die Kosten sollen daher stabil bleiben, und das langfristig.

Alternativ soll ab 2017 zwischen dem 15. April und dem 15. Oktober das Gebäude für 100 Euro pro Hochzeitszeremonie gebucht werden können. Die Stadt verspricht sich davon eine Senkung des Defizites um etwa 13.000 Euro pro Jahr. Zudem würde der Trauraum im gegenüberliegenden Uetersener Rathaus dadurch entlastet werden. Das Trauzimmer im Rathaus ist für etwa 30 Hochzeitsgäste ausgelegt. Das sei bis in die 1990er-Jahre ausreichend gewesen. Heutzutage seien eher 30 bis 50 Hochzeitsgäste üblich, teilweise werden sogar bis zu 100 eingeladen. Für so viele Personen könne die Stadthalle Platz bieten, nicht aber das Rathaus, sagt André Bilitewski von der Stadtverwaltung. Da standesamtliche Trauungen immer mehr zur einzigen Form der Hochzeitsfeier werden und zunehmend die kirchlichen Trauungen als zeremonielle Veranstaltung ablösen, müsse die Stadt in Zukunft einfach mehr Plätze für Traugäste anbieten.

Der Finanzausschuss der Stadt Uetersen hat bereits seine Zustimmung für die Pläne der Stadtverwaltung signalisiert. Am Montag, 10. Oktober, muss jetzt noch der Rat endgültig entscheiden.