Pinneberg
Kreis Pinneberg

Gefahrengebiet: Polizei verteidigt ihre Taktik

Die Polizei bei einer Kontrolle

Die Polizei bei einer Kontrolle

Foto: Arne Kolarczyk / HA

Die Einrichtung eines Gefahrengebietes ermögliche es der Polizei, anlasslose Sicht- und Anhaltekontrollen vorzunehmen.

Kreis Pinneberg.  Die Polizei hat auf Abendblatt-Anfrage auf die Vorwürfe des Piraten-Landtagsabgeordneten Patrick Breyer reagiert und ihre Taktik, heimlich und teilweise über Monate den ganzen Kreis Pinneberg als Gefahrengebiet auszuweisen, verteidigt. Silke Westphal, Sprecherin der Polizeidirektion Bad Segeberg, spricht von einem Erfolg. „Im vorigen Winterhalbjahr gingen die Einbruchzahlen zum Beispiel deutlich zurück, als wir innerhalb kürzerer Zeit mehrere Großkontrollen gemacht haben.“

Die Einrichtung eines Gefahrengebietes ermögliche es der Polizei, anlasslose Sicht- und Anhaltekontrollen vorzunehmen. „Sollten wir hierbei beispielsweise ein Einbruchswerkzeug entdecken, können wir weitere Maßnahmen anschließen. Dies dient einerseits der Verhinderung, aber auch der Aufklärung von Einbrüchen“, so Westphal weiter.

Unbescholtene Bürger müssten höchstens minimale Einschränkungen hinnehmen, wenn sie in eine Kontrolle geraten sollten. Westphal: „In Gesprächen mit den Bürgern haben wir in den vergangenen Jahren viel Zuspruch erfahren. Kaum einer sah die Kontrolle als Einschränkung. Vielmehr waren die unbescholtenen Bürger begeistert und glücklich über die Polizeipräsenz, die ja ihrem eigenen Schutz dient.“

Die Polizei wird laut der Sprecherin auch in diesem Winterhalbjahr das Instrument der Sonderzone nutzen und bereitet sich auf erneute Großkontrollen vor. Ob dies bereits zum 1. Oktober erfolgen werde, stehe noch nicht abschließend fest. Auch über den Bereich sei noch nicht endgültig entschieden, er werde erst kurz vorher lageabhängig festgelegt.

Die Ausweisung des Elmshorner Bahnhofsumfeldes als gefährlicher Ort endet am 30. September. „Nach jetzigem Kenntnisstand wird das nicht verlängert“, sagt Polizeisprecher Nico Möller. Er verweist darauf, dass die Polizei mehrfach auf die verstärkten Kontrollen im Bahnhofsumfeld hingewiesen und auch Ermittlungserfolge kommuniziert habe. Auf den Begriff „Gefährlicher Ort“ sei verzichtet worden, um die Anwohner nicht zu verunsichern.