Pinneberg
Bokel

Traditionelles Abfischen für 2016 abgesagt

Jahr für Jahr wird der Bokeler See abgelassen – tausende Karpfen gehen dabei ins Netz

Jahr für Jahr wird der Bokeler See abgelassen – tausende Karpfen gehen dabei ins Netz

Foto: A3828 Christian Hager / dpa

20.000 Besucher kamen jedes Jahr an den Bokeler See, um dem Spektakel beizuwohnen. Arbeitsaufwand zu hoch. Fortsetzung ist fraglich.

Bokel.  Das Abfischen des Bokeler Sees ist für dieses Jahr von den Organisatoren abgesagt worden. In der Vergangenheit verfolgten etwa 20.000 Menschen am letzten Wochenende im Oktober das Abfischen der Karpfen. „Wir haben eine hohe Auslastung, die die arbeitsintensive Veranstaltung nicht mehr zulässt“, so Alexander Erich, Juniorchef des Ringhotels Bokel-Mühle.

Erich verweist auf diverse Investitionen des vergangenen Jahres. Das Haus habe sich „gut entwickelt“, sagt der Hotelier. Das Restaurant werde gut besucht, zahlreiche Tagungen und Hochzeiten fänden statt. Das Abfischen sei eine arbeitsintensive Veranstaltung gewesen. Angesichts der zahlreichen anderen Aufgaben sei es nicht mehr möglich, dafür Personal abzustellen.

Die Wurzeln des Familienbetriebs gehen bis ins Jahr 1880 zurück. Alexander Erichs Vater Rainer hatte in den 1980er-Jahren das Abfischen zu einem Volksfest entwickelt. Der Seniorchef machte zudem die Bokeler Karpfenprobe zu einer Institution, zu der er zahlreiche Prominente begrüßen konnte. Wer früher das Abfischen nutzte, um frischen Karpfen zu kaufen, kann den Außer-Haus-Verkauf der Bokeler Mühle nutzen. Auf der Speisekarte des Restaurants wird der Fisch weiterhin zu finden sein.

Auf die Frage, ob die diesjährige Absage das Ende der Traditionsveranstaltung bedeutet, äußert sich der Juniorchef zurückhaltend. „Ich will nicht ausschließen, dass uns im nächsten Jahr neue Gedanken kommen“, sagt Alexander Erich.