Pinneberg
Heist

Bis 2018: Neue Stromleitungen müssen her

Foto: Thomas Pöhlsen / HA

Kapazität der Verbindung zwischen Quickborn und Dollern wird erweitert. Netzbetreiber Tennet stellt Projekt auf einem Infomarkt vor.

Heist.  Die Tennet TSO GmbH verstärkt das Stromkabel auf einer Trasse zwischen Quickborn und Dollern in Niedersachsen. Die alten 220-kV-Leitungen werden durch 380-kV-Leitungen ersetzt. Während eines „Infomarkts“ im Lindenhof in Heist standen die Vertreter des Netzbetreibers Bürgern Rede und Antwort zum letzten Bauabschnitt zwischen Heist und der niedersächsischen Elbseite. Das Abendblatt beantwortet wichtige Fragen.

Warum wird die Trasse aufgerüstet?

Das Projekt war eines der bundesweit ersten, durch das die Übertragungskapazitäten erhöht werden sollen, mit denen der im Norden aus Wind erzeugte Strom zu den Verbrauchern im Süden der Republik gebracht wird. Ein Großteil der Trasse wurde bereits aufgerüstet. Es fehlt noch das Teilstück von Heist bis auf die niedersächsische Seite.

Wie wird die Trasse modernisiert?

Die Masten bleiben erhalten. Nur bei zwei Türmen ist bei den Planern in der Diskussion, sie um drei bis vier Meter zu erhöhen. Die alten Stromkabel werden durch neue mit einer größeren Kapazität ersetzt. Dazu werden die neuen Adern an die alten geknüpft und dann auf die Trasse aufgezogen.

Wo liegen für die Planer die größten Herausforderungen?

Derzeit ist die Stromversorgung der Bahn AG noch als „Untermieter“ auf der Trasse untergebracht. Das ehemalige Staatsunternehmen betreibt ein eigenes Netz zur Stromversorgung. Die Bahn muss umziehen auf eine bereits bestehende Tennet-Trasse, die sich westlich von der jetzt überplanten Leitung befindet. Über die Trasse von Hollern-Twielenfleth nach Heist war einst Strom aus dem Kernkraftwerk Stade Richtung Norden transportiert worden.

In welchem Zeitrahmen plant Tennet?

Anfang 2017 sollen die Arbeiten beginnen und Ende 2018 auf schleswig-holsteinischer Seite abgeschlossen sein. Wann die Kabel über die Elbe verlegt werden — die beiden Strommasten in Lühesand und Hetlingen sind die höchsten Europas — steht noch nicht fest. Bevor, die Arbeiten beginnen, ist noch eine weitere Veranstaltung mit konkreten Informationen über die Bauphase geplant.

Kann der Bürger noch in die Planungen eingreifen?

Nein. Seit 2013 gibt es einen Planfeststellungsbeschluss, der vor kurzem für den noch ausstehenden Bereich im Rahmen eines Anzeigeverfahrens geringfügig angepasst wurde.

Was sagen die Bürger?

30 Bürger waren zu dem Infomarkt gekommen. „Das ist eine sachte Angelegenheit“, urteilt Helmut Gröne. Die Erhöhung einiger Strommasten sieht der Hetlinger gelassen, der sich im Dorf den Ruf eines äußerst kritischen Begleiters von Großprojekten erworben hat. „Richtig geht die Diskussion los, wenn die Trassen von SuedLink vorgestellt werden“, sagt der 80-Jährige. Tennet muss dieses Leitungsprojekt neu planen, nachdem die Bundesregierung von Freiland- auf Erdverkabelung umgeschwenkt ist. Die Vorschläge sollen im Herbst vorgestellt werden.