Pinneberg
Quickborn/Hasloh

Der Fluglärm über dem Kreis nimmt wieder zu

221 Flieger flogen im Juli pro Tag über Quickborn und Hasloh den Hamburger Flughafen an

221 Flieger flogen im Juli pro Tag über Quickborn und Hasloh den Hamburger Flughafen an

Foto: Arne Dedert / dpa

Im Juli starteten und landeten jeden Tag 221 Flieger über Quickborn und Hasloh. Grund für die Zunahme soll Urlaubszeit sein.

Quickborn/Hasloh.  Der Monat Juli ging den Bürgern in Quickborn und Hasloh, die am meisten im Kreis Pinneberg vom Fluglärm betroffen sind, wieder reichlich auf die Nerven. So mussten sie mit 6836 Starts und Landungen – durchschnittlich 221 pro Tag – zehn Prozent mehr Flüge über ihren Häusern ertragen als im Vorjahresmonat. Das geht aus dem aktuellen Monatsbericht hervor, den der Hamburger Flughafen jetzt veröffentlicht hat.

Flughafensprecherin Katja Bromm erklärt diesen Anstieg damit, dass der Juli als Hauptreisemonat für Urlauber ohnehin der verkehrsreichste im Jahr sei. Zudem hätten dieses Jahr ganz Norddeutschland und Dänemark gleichzeitig Sommerferien gehabt, was in Verbindung mit neuen Strecken zu den vielen Flügen geführt hätte.

Der Monatsbericht zeigt auch, dass der Anteil des Fluglärms, der Quickborn, Hasloh und Norderstedt betrifft, wieder steigt. So ist im Juli der Anteil der in dieser Region startenden und landenden Flugzeuge mit 46 Prozent wieder der Höchststand der Jahre 2004 bis 2007 erreicht worden. 2015 war er mit 65.927 Flügen über Quickborn und Hasloh auf 42 Prozent gesunken. Der Rest wird über die drei Hamburger Flugschneisen abgewickelt, wo sich die Betroffenen zunehmend beschweren.

Von den knapp 20.000 Beschwerden von Bürgern, die sich voriges Jahr über den Fluglärm beklagten, sind laut der Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein 311 aus dem Kreis Pinneberg gekommen. Die Quickborner Initiative, die wegen der als ungerecht empfundenen Verteilung des Fluglärms sogar eine Klage erwägte, hatte sich ja vor drei Jahren aufgelöst, weil sie den Rückhalt in Politik und Verwaltung vermisste.

Das Hauptziel für die Anwohner, die im Einzugsbereich des Flughafens leben, müsse die Einhaltung der Nachtruhe sein, fordert Haslohs Bürgermeister Bernhard Brummund, der auch der von Hamburg dominierten Fluglärmschutzkommission angehört. „Da ist die Belastung nach wie vor hoch. Von einer Nachtruhe zwischen 22 und 6 Uhr sind wir weit entfernt.“ 2015 starteten und landeten 2559 Flieger in diesem Zeitraum über Quickborn und Hasloh. Auch das Bestreben, verspätete Flüge nach 23 Uhr nicht mehr zuzulassen, werde zunehmend durchbrochen.

Das bestätigt der Bericht des Flughafens. So sind im Juni und Juli mit 250 der 460 in diesem Jahr nach 23 Uhr verspäteten Flüge die Werte der Vorjahre um ein Viertel übertroffen worden. Darum hält BI-Sprecher Martin Mosel die Pünktlichkeitsoffensive des Senats für „eine inszenierte Täuschung“. Flughafensprecherin Bromm verspricht sich von dem im Juli in Kraft getretenen Fluglärmschutzgesetz Linderung, weil nun Fluglinien direkter angegangen werden könnten, die systematisch die Nachtruhe nicht einhalten.