Pinneberg
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Bordell-Streit: Bürgermeisterin bittet zum Moschee-Gipfel

Bürgermeisterin Urte Steinberg schaltet sich jetzt im Konflikt um das Bordell in Moschee-Nähe ein

Bürgermeisterin Urte Steinberg schaltet sich jetzt im Konflikt um das Bordell in Moschee-Nähe ein

Foto: Stadt Pinneberg

Nach den Protesten der türkisch-islamischen Gemeinde will Urte Steinberg jetzt eingreifen und als Vermittlerin fungieren.

Pinneberg.  In einem Wohnhaus gegenüber der einzigen Pinneberger Moschee befindet sich ein Bordell. An der Friedenstraße schlagen daher derzeit die Wellen hoch. Jetzt schaltet sich Bürgermeisterin Urte Steinberg ein. Sie will in dem Fall vermitteln. „Ich habe der türkisch-islamischen Gemeinde heute meine Unterstützung angeboten, die gern angenommen wurde“, sagte die Rathauschefin am Dienstag. „Wir werden in der kommenden Woche ein Gespräch führen und gemeinsam Lösungen erörtern.“ Vertreter der türkisch-islamischen Gemeinde hatten beklagt, dass Prostituierte ihrer Tätigkeit zu offen nachgingen, was Besucher der Pinneberger Moschee belästige.

Am Sonnabend hatte das Abendblatt erstmals über die Situation in der Friedenstraße, unweit des Pinneberger Marktplatzes berichtet. Der Gemeindevorstand hatte angekündigt, gegen das Freudenhaus auf der anderen Seite mobil zu machen – bei Nachbarn sollen Unterschriften gesammelt werden.

Prostitution in Wohnungen ist in Pinneberg keine Seltenheit. Etwa 40 Damen bieten im Stadtgebiet ihre Dienste an, an der Friedenstraße sind es vermutlich drei. Dem Vernehmen nach haben Polizei und Ordnungsamt bereits einen Blick hinter die Kulissen der zum Bordell umgewandelten Wohnung geworfen.

Strafrechtlich relevante Beobachtungen wurden dabei nicht gemacht. Sex gegen Bezahlung ist nicht verboten, nur bei Verdacht auf Zwangsprostitution schreiten Zoll und Kripo ein. „Auch wenn die Stadt keine rechtliche Handhabe hat, wird Bürgermeisterin Steinberg in dem Konflikt vermitteln“, so Rathaussprecher Marc Trampe.