Pinneberg
Volksfest

Drei Tonnen Wurst für die Stadt Quickborn

Joachim Pfaff, 56, den alle nur „Wurst Achim“ nennen

Joachim Pfaff, 56, den alle nur „Wurst Achim“ nennen

Foto: Burkhard Fuchs / HA

Marktschreiertage an diesem Wochenende auf dem Rathausplatz. Käse-Alex, Aal-Marco, Nudel-Dieter und Wurst-Achim sind die Stars.

Quickborn.  Fast platzt die kleine Tüte, vollgestopft mit drei Kilogramm Salami, Lyoner, Dauerwurst und Bockwürstchen. Joachim Pfaff (56), den alle nur Wurst-Achim nennen, preist seine Ware mit lockeren Sprüchen für 15 Euro an, und die Kunden reißen sie ihm förmlich aus den Händen.

Bis einschließlich Sonntag sind hier mit Wurst-Achim aus Duisburg, Nudel-Dieter aus „Castrop an der Rauxel“, Aal-Marco aus Hamburg und Käse-Alex aus Leipzig vier lautstarke, witzige und geschäftstüchtige Vertreter der „echten Gilde der Marktschreier“ zu Besuch. Von jeweils 10 bis 19 Uhr bieten sie den Marktbesuchern ein tolles Spektakel, das auch derbe Sprüche und manchmal kleine, nicht ernst gemeinte Handgreiflichkeiten gegen die Konkurrenz mit einschließt. Kostprobe vom Eröffnungstag am Freitag: „Würde ich bescheißen, würde ich Nudeln verkaufen“, schreit Wurst-Achim ins Mikro, dass es den 100 Quickbornern trotz Regenschauers eine Gaudi ist. „Wer hier nicht zugreift, klaut bei Aldi und tauscht alles wieder bei Lidl um“, ruft der seit 15 Jahren amtierende deutsche Meister der Marktschreier.

Bei allen 45 Events, die die Gilde-Brüder jedes Wochenende auf deutschen Marktplätzen abklappern, sei er immer zum Besten der Zunft gewählt worden. „Es fehlt an Nachwuchs“, sagt Wurst-Achim nachdenklich, um im nächsten Augenblick wieder eine Grimasse zu ziehen: „Ich habe drei Tonnen Wurst mitgebracht. Ihr Quickborner esst doch Fleisch?“ 29 Jahre ist Wurst-Achim schon unterwegs. Am liebsten ist er in Hannover. „Da verkaufe ich sieben Tonnen Wurst in fünf Tagen.“ Für Veganer ist das nichts.