Pinneberg
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Stadt lässt den Komet-Bolzplatz verkommen

Kaputter Rasen: Eltern können nicht verstehen, dass der Sportplatz am Jugendtreff Komet in Pinneberg nicht vernünftig gepflegt wird.

Pinneberg.  Kaum noch erkennbare Bodenmarkierungen und ein kaputter Rasen, der bei Regen zu einer großen Matschpfütze wird. „Das ist kein Fußballplatz“, sagt Connie Weihs. Die 60-Jährige steht kopfschüttelnd auf einer Wiese mit zwei Toren, die dem Kinder-und Jugendtreff Komet in Pinneberg als Sportplatz dienen soll. „Hier herrscht große Empörung“, sagt die Großmutter, deren Enkel Julian oft in dem Jugendtreff anzutreffen ist. Mehrere engagierte Mütter und Jugendliche sind gekommen, um ihrem Ärger Luft zu machen.

Hintergrund der wachsenden Wut: Einige hundert Meter weiter ist vor einiger Zeit ein öffentlicher Bolzplatz dem Erdboden gleich gemacht worden. Dort entstand stattdessen ein sogenannter Baumpark. Kleine Kicker könnten künftig ja den Rasen am Jugendtreff nutzen, hieß es seinerzeit. Der diene dann als öffentlicher Fußballplatz. Von Pflege seitens der Stadt könne seitdem jedoch keine Rede sein, kritisieren die Eltern jetzt.

Während der Bolzplatz verkommt, stehen derweil in dem 100.000 Euro teuren Park, der in Kürze eröffnet werden soll, 26 frisch gesetzte Bäume. An der Winterlinde, die zum Baum des Jahres 2016 gekürt wurde, können sich jedoch nicht alle erfreuen: Für Mutter Bettina Springler ist der mit Sponsorengeld hergerichtete Baumpark kein Gewinn. „Da geht doch kein Kind hin“, ist sie sich sicher.

Anna Baschke, deren Nachwuchs den Jugendtreff Komet besuchen, sieht das nicht anders. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder verschiedenen Alters heutzutage nur noch selten zusammen toben. Im Komet sei das noch an der Tagesordnung. Das zeige sich vor allem auf dem Bolzplatz, wo die Größeren Vorbilder für die Kleineren seien und gemeinsam gekickt werde.

Den Eltern ist nicht nur der Zustand des Fußballplatzes an der Straße An der Raa ein Dorn im Auge. Dem seit knapp 20 Jahren bestehenden Kinder- und Jugendtreff, in dem jeden Tag rund 40 Kinder betreut würden, fehle es insgesamt an städtischer Unterstützung: „Hier im Komet, wo Geld dringend benötigt wird, kommt es nicht an“, sagt Connie Weihs. Seit dem vergangenen Jahr gibt es eine Initiative von Eltern, die sich für eine bauliche Erweiterung des Jugendtreffs, der noch immer in Baucontainern untergebracht ist, einsetzt. Mehr als 200 Unterschriften wurden bereits gesammelt.

In der Politik hat der Jugendtreff Komet bereits Fürsprecher gefunden. Auf Antrag der CDU waren die Weichen für Investitionen gestellt worden. „Wir wissen, welch gute Arbeit dort geleistet wird“, sagt Christdemokrat Jürgen Jacob, der dem Umweltausschuss in Pinneberg vorsitzt. „Wir stehen voll hinter der Erweiterung.“