Pinneberg
Barmstedt

Aus Papiergroßhandel wird ein Ärztezentrum

Henning Mahlen (r.) vermarktet das Zehn-Millionen-Euro-Neubauprojekt an der Barmstedter Gebrüderstraße, das Bauunternehmer Hans-Werner Rathjens und seine Tochter Ninja geplant haben und jetzt realisieren wollen

Henning Mahlen (r.) vermarktet das Zehn-Millionen-Euro-Neubauprojekt an der Barmstedter Gebrüderstraße, das Bauunternehmer Hans-Werner Rathjens und seine Tochter Ninja geplant haben und jetzt realisieren wollen

Foto: Burkhard Fuchs

Bauunternehmer will an der Gebrüderstraße in Barmstedt zehn Millionen Euro investieren. Auch der Bau von Wohnungen ist geplant.

Barmstedt.  Der Schandfleck in der Barmstedter Gebrüderstraße nahe der Meierei soll einem Gesundheitszentrum mit Arztpraxen und Wohnungen weichen. Der Bauunternehmer Hans-Werner Rathjens, der in den vergangenen 15 Jahren bereits 130 Wohnungen in Barmstedt gebaut hat, will mit seiner Tochter Ninja zehn Millionen Euro in das Projekt investieren.

Für die Vermarktung der Wohn- und Geschäftsräume mit einer Gesamtnutzfläche von 7330 Quadratmetern hat sich Bauunternehmer Rathjens wieder den erfahrenen Immobilienmakler Henning Mahlen an die Seite geholt, der immerhin 630 Wohnungen in Barmstedt verwaltet.

Das Grundstück hat die NR Vermögens- und Grundstücksverwaltung GmbH und Co. KG, die Rathjens mit seiner Tochter eigens für dieses Projekt gegründet hat, bereits vom Eigentümer Roland Schmidt erworben. Der betrieb bis vor zwei Jahren an dieser Stelle den Papiergroßhandel, den sein Vater Curt Schmidt nach dem Krieg aufgebaut hatte. Ein Großfeuer sorgte im Jahr 2014 dafür, dass der Betrieb schließlich stillgelegt werden musste. Seitdem nagt der Rost an den ehemaligen Lagerhallen, sie verfallen.

Rathjens will nun einen Teil der ein bis zweigeschossigen Gebäude für das geplante Wohn- und Geschäftshaus nutzen. Im Idealfall sollen hier 35 Wohnungen entstehen und ebenso viele Anbieter von allen möglichen gesundheitlichen und Wellness-Dienstleistungen einziehen, erläutert Rathjens. Das Verhältnis könnte sich aber je nach Nachfrage auch in die eine oder andere Richtung bewegen.

Eine Ärztegemeinschaft von fünf Allgemeinmedizinern und Kinderärzten hat der Investor bereits an der Hand. Weitere Fachärzte sollen nach seinen Aussagen folgen. Aber auch das weitere gesundheitliche Berufsumfeld wie Therapeuten, Masseure, Krankengymnasten oder Fitness-Studios sollen hier an einem Standort ein neues Zuhause finden. „Das Ärztezentrum in Quickborn ist eine Art Vorbild für dieses Vorhaben“, sagt Rathjens.

Die Planung ist schon weit fortgeschritten. Noch im Juli rechnet der Investor mit der Baugenehmigung. Die Zusammenarbeit mit der Stadt- und Kreisverwaltung lobt Rathjens als ausgezeichnet.

„Die Idee für das Gesundheitszentrum kommt sogar aus dem Rathaus“, sagt er. Die Bauvoranfrage hätten die zuständige Bauaufsichtsbehörde bereits positiv beschieden. Die Barmstedter Kommunalpolitiker, die er vorab informiert habe, freuten sich über das Vorhaben, so der Bauunternehmer. Somit ist geplant, im Oktober mit dem ersten Bauabschnitt zu beginnen, der dann bis Ende 2017 fertiggestellt sein soll. Danach folgt der zweite. Die 80 bis 100 Quadratmeter großen Wohnungen würden zum Kaufpreis von 2000 Euro je Quadratmeter angeboten oder zu 8,50 Euro Nettokaltmiete je Quadratmeter vermietet, je nach Wunsch der Interessenten, erklärt Mahlen. Der Standard der Wohnungen werde der höchsten Energieeffizienzklasse KfW 55 entsprechen. Alle sollen über Fußbodenheizung, Pellet-Heizung, Terrasse oder Balkonen und Fahrstuhl verfügen und barrierearm sein.

Die Wohnungen könnten von sofort an reserviert werden. „Alle Verträge machen wir aber erst Fertigstellung des Objektes, damit die Interessenten sehen können, was sie hier kaufen oder mieten.“