Pinneberg
Wirtschaft

Die Konjunktur im Kreis brummt weiter

Sichtlich zufrieden mit den Ergebnissen der aktuellen Konjunktur-Umfrage im Kreis Pinneberg: Die Geschäftsführer des Unternehmensverbands Unterelbe-Westküste, Sebastian Koch (l.) und Ken Blöcker

Sichtlich zufrieden mit den Ergebnissen der aktuellen Konjunktur-Umfrage im Kreis Pinneberg: Die Geschäftsführer des Unternehmensverbands Unterelbe-Westküste, Sebastian Koch (l.) und Ken Blöcker

Foto: Burkhard Fuchs

Volle Auftragsbücher sorgen für mehr Personaleinstellungen und gute Stimmung bei Unternehmen. Aber es fehlen weiterhin Fachkräfte.

Kreis Pinneberg.  Die Auftragsbücher sind prall gefüllt, die Wirtschaft brummt – doch es fehlt immer mehr an Fachkräften. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage des Unternehmensverbandes Unterelbe-Westküste, an dem sich 30 Betriebe im Kreis Pinneberg beteiligt haben. „Wir freuen uns sehr über die gute konjunkturelle Entwicklung“, fasst Verbandsgeschäftsführer Ken Blöcker die überaus positiven wirtschaftlichen Kennzahlen der Befragung zusammen. Zunehmend Sorgen bereite dem Verband allerdings der Fachkräftemangel, über den jedes zweite Unternehmen klagt. Dass die Flüchtlinge die Lücke schließen könnten, sei noch zu früh, glaubt der Verbandssprecher. „Das wird noch mindestens fünf Jahre dauern, bis die Flüchtlinge uns da helfen können.“

Wie groß inzwischen der Personaldruck in vielen Unternehmen der Region ist, zeigt die steigende Zahl der Neueinstellungen. 40 Prozent der befragten Unternehmer haben in diesem Jahr zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. „Keines der befragten Unternehmen möchte in den kommenden sechs Monaten seinen Personalbestand verkleinern“, zitiert Blöcker aus der Studie.

Denn die Auftragslage scheint kaum noch zu übertreffen sein, wie die Umfrage bestätigt. 40 Prozent der befragten Unternehmer bezeichnen sie zurzeit als günstig. 97 Prozent der Befragten erwarten, dass es bis Ende des Jahres mindestens so bleibt. Nur ein befragtes Unternehmen rechnet mit einem Rückgang.

Doch zugleich hielten sich zwei von drei Unternehmern bei Investitionen zurück, was Blöcker ebenfalls mit dem Fachkräftemangel erklärt. „Bevor er sich eine neue Maschine kauft, überlegt sich der Unternehmer, ob er dafür auch den richtigen Mitarbeiter bekommt. So greifen die Themen ineinander.“

Die mittelständischen Betriebe im Kreis Pinneberg hätten noch einen gewissen Vorteil gegenüber denen in Hamburg, glaubt Verbandsgeschäftsführer Koch. „Sie können mit langjähriger Verbundenheit, Fürsorge und Verantwortung für die Mitarbeiter punkten, die ihnen dadurch vertrauen.“ Ein Argument, das der Elmshorner Unternehmer Michael Dormann vom Klebeetikettenhersteller Steier bestätigt. „Der Schlüsselfaktor für uns als Familienunternehmen ist das gute Betriebsklima, mit dem wir versuchen, unsere Mitarbeiter zu halten.“

Noch sei die Zahl der Bewerbungen ausreichend, sagt auch Michael Hentrich vom Tiernahrungshersteller Salvana. „Wir ziehen uns den Nachwuchs selber heran.“ Aber im Gegensatz zu früheren Zeiten müsse das Unternehmen bei fünf frei werdenden Lehrstellen mindestens drei Kandidaten in der Hinterhand behalten, weil immer wieder welche im letzten Moment absprängen.