Pinneberg
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Bürgermeisterin soll im Rathaus aufräumen

Andreas Meyer, CDU-Fraktionschef in Pinneberg, glaubt an Bürgermeisterin Urte Steinberg

Andreas Meyer, CDU-Fraktionschef in Pinneberg, glaubt an Bürgermeisterin Urte Steinberg

Foto: Andreas Daebeler

CDU gibt Pinnebergs Rathaus-Chefin Rückendeckung für Versetzung von Amtsleitern. Zuvor hatte es scharfe Kritik aus der SPD gegeben.

Pinneberg.  Verschleppte Jahresbilanzen, stockende Sanierung der Schulen und Wirbel um Kita-Förderung – Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg weht ein eiskalter Wind um die Nase. Nachdem die parteilose Verwaltungschefin angekündigt hat, auf Fehler der Vergangenheit mit der Versetzung von Führungskräften zu reagieren, gibt es jetzt Rückendeckung aus Reihen der Politik. Die CDU, die Steinberg 2012 gemeinsam mit der SPD in den Wahlkampf schickte, hält Steinberg die Treue. „Wir unterstützen die Bürgermeisterin auf ihrem Weg“, bestätigt Fraktionschef Andreas Meyer. Das sei beschlossen worden. „Einstimmig“, wie er betont.

Nicht zuletzt aus Reihen der Sozialdemokraten war in den vergangenen Wochen scharf gegen Steinberg geschossen worden. Es wird gemunkelt, dass die SPD hinter den Kulissen bereits nach Alternativen für die nächste Bürgermeisterwahl in knapp drei Jahren sucht. Christdemokrat Meyer würde das nicht verstehen. Die Personalrotation im Rathaus sei ein erster richtiger Schritt. „Steinberg hat endlich den Mut gefasst, zu handeln“, so Meyer. Torsten Hauwetter springt ihm bei: „Sie zieht durch, was ihre Amtsvorgänger nicht angepackt haben“, setzt der CDU-Finanzexperte eine offenkundige Spitze gegen die heutige Sozialministerin Kristin Alheit. Die Sozialdemokratin hatte Pinneberg 2012 als Bürgermeisterin überraschend den Rücken gekehrt – und in der Kreisstadt fraglos manch Baustelle hinterlassen.

Steinberg hat angekündigt, den bisher für die Finanzen zuständigen Amtsleiter Michael Artus ins Kulturressort zu versetzen und sich Kreis-Kämmerer Jens Bollwahn auszuleihen – um mit dessen Hilfe die seit 2009 ausstehende Jahresabschlüsse fertigzustellen. Artus will gegen die Versetzung vorgehen. Er hat bereits Anwälte eingeschaltet. Die bisher für Kultur und Sport zuständige Fachbereichsleiterin Traudchen Perrefort soll degradiert werden und künftig nur noch Konzepte schreiben. In der freien Wirtschaft löse man derartige Situationen mit Abfindungen, das sei angesichts des Beamtenrechts in einer öffentlichen Verwaltung nicht möglich, so Meyer.

Steinberg habe sich von Juristen und der Kommunalaufsicht beraten lassen. „Sie kann nicht länger warten“, sagt der CDU-Fraktionschef. „Der Umbau der Verwaltung ist unerlässlich.“ Es könne nicht sein, dass viele, die im Rathaus einen guten Job machten, unter schlechter Leistung von wenigen litten. Angesichts der seit sieben Jahren ausstehenden Bilanzen spricht Meyer von einem Offenbarungseid.