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Gute Aussichten für junge Elmshorner Musiker

Timm-Ole Andresen (l.) und sein Chef Lars Hofer haben Spaß bei der Arbeit. Ihre Leidenschaft ist die Musik und die haben sie zum Beruf gemacht

Timm-Ole Andresen (l.) und sein Chef Lars Hofer haben Spaß bei der Arbeit. Ihre Leidenschaft ist die Musik und die haben sie zum Beruf gemacht

Foto: Anne Dewitz / HA

Das Musikhaus Hofer und die Schulen der Krückaustadt fördern Nachwuchsbands und die Freude an Instrumenten, Noten und der Musik.

Elmshorn.  Wenn Musik ein Zuhause hat, dann im Flamweg 11 in Elmshorn. Hier befindet sich das Musikgeschäft Hofer, 1956 eröffnet von Akkordeonbauer Alfred Hofer. Das Geschäft, das am 1. Oktober 60 Jahre alt wird, führt mittlerweile Lars Hofer. Der
46-Jährige lebt für die Musik. Mit seiner Begeisterung möchte er Kinder und Jugendliche anstecken – und das nicht, um Kunden an sich zu binden. Lars Hofer ist überzeugt: Musik macht den besseren Menschen. Aus diesem Grund fördert er zahlreiche musikalische Projekte in Elmshorn.

„Seit vielen Jahren arbeiten wir eng mit vielen Schulen in den Kreisen Pinneberg, Steinburg und auch in Hamburg zusammen“, sagt er. „Wir verleihen Instrumente günstig, holen sie ab, reparieren sie und bringen sie einsatzfähig zurück.“ Auch außerhalb von Schulen müssten Anfänger und Wiedereinsteiger sich nicht sofort zum Kauf entscheiden, sondern können erst einmal in Ruhe ausprobieren, ob dieses Musikinstrument das richtige für sie ist.

Zudem organisiert Hofer Workshops für junge Leute, zum Beispiel mit Peter Busch, dem Gitarrenlehrer der Nation, oder Matthias Philipzen, einem der besten deutschen Cajon-Drummer und Dozent der Würzburger Musikhochschule. „Verdienen kann ich damit nicht“, sagt er. Darauf komme es auch nicht an. Kinder an Instrumente heranzuführen, mache ihm einfach Spaß.

Das merken Kunden auch, die sein Musikgeschäft betreten. Die Stimmung ist locker und die Angestellten vom Fach. Timm-Ole Andresen berät und verkauft seit neun Jahren im Musikhaus und tritt mit seiner Coverband The Moneybrothers etwa vier Mal im Monat auf. „Als Nachwuchsbands würde ich uns nicht bezeichnen“, sagt der 26-Jährige. Die seien eher an den Schulen zu finden. Die Förderung von Nachwuchsmusikern hinge in erster Linie am Einsatz der Schulen. Und der sei seit einigen Jahren nach einer Talfahrt wieder stärker in den Fokus gerückt. Dazu würden auch Veranstaltungen wie der „Band Contest Elmshorn“ beitragen.

Der war kürzlich anlässlich des 875-jährigen Bestehens der Krückaustadt an der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule über die dortige Bühne gegangen. „Crazy People“, „NoName“, „Band No. 7“ und „Broken Business“ von der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule, „Freiday 78“ und „Just In Time“ von der Elsa-Brändström-Schule sowie „Combo-Band“ von der Bismarckschule traten gegeneinander an und präsentierten dem Publikum jeweils 20 Minuten lang Coversongs. Auch die Band „Ember Rose“ von der Bismarckschule hatte an diesem Abend einen Auftritt außer Konkurrenz und verkürzte die Wartezeit bis zur Bekanntgabe des Siegers, „Just In Time“. Die Gruppe gewann eine Aufnahme in einem Tonstudio und einen Auftritt bei der Elmshorner Sportlerehrung 2017. Für die Zweitplatzierten gab es Gutscheine vom Musikhaus Hofer.

Lars Hofer arbeitet unter anderem eng mit der Bismarckschule zusammen, die großen Wert auf die Musiknachwuchsförderung legt. „Das ist seit einigen Jahren ein Schulschwerpunkt bei uns“, sagt André Brendemühl, Lehrer für Musik und Französisch. „Wir versuchen viele Schüler zu verleiten, Musik auszuprobieren und gezielt zu fördern.“ Vertreten sind alle Genres von Klassik bis Rock. Seit vier Jahren bietet das Gymnasium Bläserklassen an. Fünft- und Sechstklässler können zwei Jahre lang Blasinstrumente erlernen.

Zudem gibt es an der Bismarckschule einen großen Musik-AG Bereich, Chöre, Ensembles, eine Junior-Bigband sowie die Bigband. „Für unseren Pop-Chor haben wir mit Nina Müller eine externe Spezialistin, die die Schüler ermutigt, sich hinzustellen und zu singen“, so André Brendemühl. Eine dieser Schülerinnen ist Lina Maly. Die Schülerin beweist soviel musikalisches Talent, dass Warner Music mit ihr im August ihr erstes Album herausbringt. Damit ist sie derzeit die einzige Musikerin aus dem Kreis, die beim international agierenden Musikriesen unter Vertrag steht.

Die Bismarckschule ermöglicht ihren Nachwuchstalenten mit dem Herbst-, Sextaner-, Kammer- und Sommerkonzert über das Schuljahr verteilt zahlreiche Möglichkeiten aufzutreten. „Wenn die Schüler bei uns Feuer fangen, finden sie in unserer Musikszene zueinander“, so Brendemühl. So kam unter anderem die Band „Ember Rose“ zustande, die zuletzt auf der Kieler Woche aufgetreten ist.

Die Bandmitglieder lernten sich über die Big Band der Bismarckschule kennen. „Wir haben uns damals zu ein paar privaten Jam-Sessions getroffen und danach war uns klar, dass wir daraus mehr machen wollen“, sagt Schlagzeuger Kilian Kirchhoff. Die Bismarckschule unterstützte die jungen Musiker bei der Vermittlung des ersten Probenraumes sowie mit diversen Leihgaben und bot ihnen zusätzliche Auftrittsmöglichkeiten. „Ohne das wäre Vieles nicht möglich gewesen“, so Kirchhoff weiter.

Aber auch die anderen Schulen in Elmshorn bieten AGs, Musikklassen und Chöre an. Die Musiklehrer um André Brendemühl treffen sich bei verschiedenen Gelegenheiten und tauschen sich aus. „Die Konkurrenzsituation der Schulen motiviert, noch mehr Gas zu geben“, so der Lehrer. Er glaubt, dass die Schulen durchaus einen großen Einfluss auf die Musik in Elmshorn haben.

Diese Meinung teilen auch die fünf Bandmitglieder von „Ember Rose“: „Die Schulen schaffen mit ihren musikalischen Angeboten Kontakte zwischen den jungen Musikern und helfen ihnen, sich zu entwickeln.“ Elmshorn sei eine sehr musikalisch orientierte Stadt. Deren diverse Veranstaltungen biete Nachwuchstalenten eine Bühne.

Das zweiteilige Sommerkonzert der Bismarckschule in Elmshorn findet am Mittwoch,
13. Juli, statt. Von 18 Uhr an treten die jüngeren Musiker auf, ehe von 20 Uhr an die älteren folgen. Tickets für einen Euro können über www.musik-bismarckschule.de bei André Brendemühl erworben werden.