Halstenbek

Bald mehr Sicherheit in der „Angströhre“?

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Thomas Pöhlsen
Die Unterführung des Siebentunnelweges am Krupunder Bahnhof soll sicherer werden

Die Unterführung des Siebentunnelweges am Krupunder Bahnhof soll sicherer werden

Foto: Arne Kolarczyk / HA

Politiker beschließen Fuß-Radweg und schmalere Straße für die Unterführung des Siebentunnelweges. Verkehrsplaner hatte andere Ideen.

Halstenbek.  Die Bahnunterführung des Siebentunnelwegs wird umgestaltet, um sie sicherer zu machen. Das hat die Gemeindevertretung nach einer fast zweistündigen Diskussion inklusive Sitzungsunterbrechung beschlossen. Allerdings verwarfen die Halstenbeker Politiker nach Bürgerprotesten Pläne eines von ihnen beauftragten Verkehrsplaners.

Einstimmig beschlossen wurde am Montagabend in der Grund- und Gemeinschaftsschule ein Antrag, den Birgit Andersek (Bündnis 90/Die Grünen) eingebracht hatte. Danach soll „der Fuß- und Radweg so breit wie möglich, die Straße einspurig und so schmal wie möglich“ werden, sagte sie. Konkrete Zahlen wurden nicht beschlossen. Radler sollten zukünftig auch die Straße befahren dürfen. Die Ampeln müssten bleiben. Unklar ist jedoch, ob die Pläne überhaupt umgesetzt werden können und wann dies geschehen soll.

Die länger als geplant dauernden Arbeiten der Gemeindewerke im Tunnel — von den Halstenbekern auch „Angströhre“ genannt — gaben den Politikern die Möglichkeit der Neugestaltung von Straße und kombiniertem Fuß- und Radweg. Die zur Verfügung stehenden drei Monate setzten sie gleichzeitig unter Zeitdruck.

Arne Rohkohl von dem Wasser- und Verkehrs-Kontor Neumünster hatte eine Verbreiterung der Fahrbahn für Pkw von 3,50 Meter auf 4,25 Meter empfohlen. Dort sollten in Zukunft auch die Fahrradfahrer unterwegs sein dürfen. Für die Fußgänger bliebe ein Streifen von 2,25 Meter. Die Ampeln an den Tunnelseiten könnten entfallen.

Die „Qualitätssteigerung“, die der Diplom-Ingenieur diagnostizierte, konnten mehrere Bürger nicht erkennen. Vor allem die gemeinsame Benutzung der Fahrbahn von Autos und jungen Fahrradfahrern wurde als potenzielle Gefahrenquelle gesehen. Für zwei größere Fahrzeuge könnte die Straße zu schmal sein. Die Bedeutung der beiden Ampeln für die Fußgänger, die die Straße überqueren, wurde hervorgehoben.

Unter anderem Dörte Dietrich-Gerwinski (SPD), Kirsten Sajitz (CDU), Karsten Löffler (FDP) und Rainer Urban (fraktionslos) schlossen sich der Kritik der Bürger an. Einzig Birgit Andersek mochte „eine gute Lösung“ erkennen. Rohkohl entgegnete den Kritikern, dass es die höchstmögliche Sicherheit bringe, wie in seinem Modell Auto- und Radfahrer gemeinsam auf der Straße unterwegs sein zu lassen. „So macht man das heute.“ Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann verwies auf die zahlreichen Wünsche aus der Bevölkerung, die Situation im Tunnel zu verbessern.

Stadtwerkechef Uwe Lamberti gab noch zu Bedenken, dass in dem Grünen-Antrag Prüfaufträge enthalten seien, und „das ist in drei Monaten nicht zu schaffen.“ Nicht beantworten konnte die Bürgermeisterin die Frage, ob der Beschluss mit der Straßenverkehrsordnung vereinbar ist. „Möglich, dass ich dem Beschluss widersprechen muss“, sagte Linda Hoß-Rickmann.

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