Pinneberg
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Ausstellung: Malen gegen den Mainstream

Foto: Elvira Nickmann / HA

Die Ausstellung „Abseits der Moderne“ in der Pinneberger Landdrostei zeigt die Bilder eines besonderen Künstlerpaars.

Pinneberg.  Ihr Lebensinhalt war die Kunst, sie malten und zeichneten, benutzten sogar oft beide Seiten der Leinwand für ihre Werke: das Künstlerpaar Hedda Pontoppidan und Lutz Theen. Ihre Bilder waren zu ihren Lebzeiten nur wenigen Sammlern bekannt. Das soll jetzt anders werden, denn in der Pinneberger Drostei werden erstmals etwa 120 Exponate in einer großen Werkschau gezeigt.

Gemeinsam schlug das Paar eine künstlerische Richtung ein, die Anfang der 30er-Jahren alles andere als modern galt. Es traf sich bei Hans Holtorf, einem Maler, der sich genauso kritisch mit dem Expressionismus auseinandersetzte und ihr Lehrer wurde. Die Ausstellung ist eine Würdigung des Lebenswerks der Künstler, an deren Werdegang besonders augenfällig ihre gemeinsame Abwendung vom Expressionismus hin zum Abbild der sichtbaren Welt ist – eine Korrektur mit lebenslangen Folgen.

„Wir waren skeptisch geworden gegen das rauschhaft-unkontrollierbare Wesen des Expressionismus“, sagte Lutz Theen in einer Ausstellungsrede im Jahre 1977. Ihm schien das Handwerk zu primitiv ausgeführt, und er hatte es satt, das innere Wesen der Dinge zu malen, was keiner sehen, dafür aber jeder so interpretieren oder debattieren konnte, wie er wollte. Die Ausstellung zeigt beides, die Anfänge und die späteren Werke. Prägend für die Landschaftsbilder ist die Flensburger Förde, an der das Paar wohnte und arbeitete. Dort auf dem Lande fand es seine Motive, zudem unternahm es Studienreisen nach Dänemark, wo Theen noch „ursprüngliche, von der Zivilisation noch nicht verdorbene Landschaft“ vorfand.

So hielten sich die Künstler am liebsten draußen auf, skizzierten hier und malten dann im Atelier. Auf einigen Bildern ist das durch die Wolkendecke brechende Licht eingefangen. Es wirkt dabei so lebendig, wie es kaum ein Foto abzubilden vermag, und die Landschaft lädt ein, zumindest gedanklich in ihr spazieren zu gehen.

Beeindruckende Porträts, Darstellung von Menschen, Akte bilden eine weitere Gruppe, hinzu kommen Stillleben und Impressionen aus China, wo Lutz Theen zeitweise lebte. Er verstarb 2001, nach seinem Tod malte Hedda Pontoppidan weiter. Bezeichnend für ihre Darstellungen in dieser Zeit: ein Baum, der gebeugt dem Wetter trotzt. Sie wurde 100 Jahre alt.

Die Vernissage ist am Sonntag, 26. Juni, 12 Uhr, Drostei, Dingstätte 23, Eintritt frei. Die Schau geht bis zum 31. Juli, mittwochs bis sonntags, 11 bis 17 Uhr, Eintritt 3/1,50 Euro