Pinneberg
Wedel

Wedeler ist ein Mann für alle Fällungen

Fachagrarwirt Benjamin Jensen bei der Baumpflege mit Einsatz eines Hubsteigers auf dem Langerdamm in Wedel

Fachagrarwirt Benjamin Jensen bei der Baumpflege mit Einsatz eines Hubsteigers auf dem Langerdamm in Wedel

Foto: Elvira Nickmann / HA

Weil die Kosten durch Fremdfirmen für die Baumpflege zu hoch sind, bildet die Stadt einen eigenen Mitarbeiter aus: Benjamin Jensen.

Wedel.  Arbeiten in luftiger Höhe – kein Problem für Benjamin Jensen, der für den städtischen Bauhof Wedel im Einsatz ist. Mit seinen Kollegen Andreas Mehlen und Mona Schmälter bildet er seit Anfang des Jahres das für die Pflege und Unterhaltung des städtischen Baumbestands verantwortliche Baumpflegeteam.

Trotz der schwülen Hitze dieser Tage trägt er vorschriftsgemäß einen Helm bei seiner Arbeit auf dem Langerdamm, denn morsche und herabfallende Äste bergen ein nicht zu unterschätzendes Unfallrisiko. Vom Korb aus steuert er den sogenannten Hubsteiger, um nach oben zur Baumkrone zu gelangen. Kurz unterm grünen Blätterdach stoppt er die Fahrt und zückt sein Werkzeug. Wenig später liegen die abgesägten Äste auf dem Boden. Sie werden nicht weggeworfen, sondern als kompostiertes Schreddergut im Frühjahr auf die Beete aufgebracht.

Baumpflege in dieser Form wurde bisher an Fremdfirmen vergeben. Zu teuer, befand die Stadt. Das bereits im September 2013 vom Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschuss beschlossene Bauhofkonzept sieht vor, alle vom Bauhof erbrachten Leistungen zu optimieren. Damit einhergehende Strukturveränderungen bewirkten unter anderem die sukzessive Übernahme bisher extern ausgeführter fachlicherer Baumpflege durch städtische Mitarbeiter. Dazu absolvierte Gärtner Jensen eine Ausbildung über 480 Stunden als Fachagrarwirt für Baumpflege – neben seiner Arbeitszeit. Finanziert hat diese Weiterbildung die Stadt. Der Stundensatz der Bauhofmitarbeiter liegt unter dem Betrag, den Fremdfirmen pro Arbeitsstunde für die gleichen Arbeiten berechnen. Wie hoch die eingesparte Summe tatsächlich ist, kann erst am Jahresende beziffert werden, sagt Birgit Woywod vom Fachdienst Gartenbau. Das sei auch von den jeweils anfallenden Tätigkeiten abhängig.

In einem Entwicklungsbericht zum Bauhofkonzept vom Januar heißt es, dass mit Übernahme kostenintensiver Arbeiten durch Mitarbeiter des Bauhofs „wirtschaftlich positive Effekte weiter verbessert“ werden konnten.

Die aus Gründen der Verkehrssicherheit anberaumte jährliche Baumkontrolle hat vielfältige Arbeiten zur Folge: Entfernung von Totholz und Stammausschlägen, Erstellen des Profilschnitts über Straßen und Wegen, Entfernen von Sturmschäden sowie Pflege der Pflanzungen und Baumkronen, außerdem Fällungen, die jetzt endlich auch bei größeren Bäumen in Eigenregie möglich sind.

Der gemietete Hubsteiger wird abends zurückgegeben. Bei den Aufgaben der nächsten Tage bleibt Jensen erst einmal auf dem Boden.