Pinneberg
Quickborn

Zwei Bankräuber nach Überfall gefasst

Täter flüchtete erst zu Fuß und stieg dann laut Zeugenaussagen in ein Fahrzeug in dem ein Komplize bereits wartete

Täter flüchtete erst zu Fuß und stieg dann laut Zeugenaussagen in ein Fahrzeug in dem ein Komplize bereits wartete

Foto: Carsten Rehder / picture alliance / dpa

Mit Maske und vorgehaltener Waffe überfiel ein Mann eine Bankfiliale an der Kieler Straße. Ein weiterer Täter wartete im Auto.

Quickborn.  Es war der erste Bankraub im Kreis Pinneberg seit vielen Jahren – und er endete am Freitag mit der Festnahme der beiden Täter: Nach dem Überfall auf die Volksbank an der Kieler Straße in Quickborn hat die Polizei zwei 18 und 19 Jahre alte Männer aus der Stadt als Täter ermittelt. Sie hatten sich zuvor äußerst dilettantisch verhalten.

Der 18-Jährige war laut Polizei gegen 10 Uhr maskiert in die Bank gestürmt. Er bedrohte die anwesenden Mitarbeiter mit einer Schusswaffe und forderte Geld. Daraufhin wurde ihm ein geringer Betrag ausgehändigt. Mit der Beute lief der junge Mann aus dem Gebäude. Er flüchtete zu Fuß entlang der Kieler Straße in Richtung Bilsen. Eine Zeugin beobachtete in der Folge, wie er in einen BMW mit Pinneberger Kennzeichen einstieg, an dessen Steuer ein zweiter Mann saß. Die Frau gab das Kennzeichen sofort an die Polizeikräfte weiter.

Die Beamten starteten mit zehn Streifenwagen eine Großfahndung nach dem Fluchtfahrzeug. Nur wenige Minuten später entdeckten Beamten den Wagen im Quickborner Stadtgebiet. Der Fahrer hielt sich noch im Fahrzeug auf. Er wurde sofort festgenommen. Bei ihm handelt es sich um einen 19 Jahre alten Quickborner.

Um 11.30 Uhr konnte die Polizei den Haupttäter in einer Wohnung stellen

Den ein Jahr jüngeren Haupttäter hatte er zwischenzeitlich auf Höhe der Feuerwache an der Marktstraße abgesetzt. Die Beamten fahndeten sofort nach dem nunmehr namentlich bekannten 18-Jährigen. Er konnte schließlich gegen 11.30 Uhr in einer Wohnung eines Quickborner Mehrfamilienhaus angetroffen und festgenommen werden. Ob die Polizei auch die Tatwaffe sicherstellen konnte, war am Freitag nicht bekannt. Die Bank blieb nach dem Überfall geschlossen.

Um die Tatumstände genauer rekonstruieren zu können, sucht die Kripo Pinneberg noch weitere Zeugen des Geschehens. So sollen sich Kunden, die sich zur Tatzeit im Bankgebäude aufhielten und es beim Eintreffen der Polizei bereits verlassen hatten, dringend bei den Ermittlern melden. Auch sucht die Polizei Personen, die den Fluchtwagen im Umfeld des Kreditinstituts gesehen haben. Und nicht zuletzt sind diejenigen für die Kripo von Interesse, die den Haupttäter beim Ein- und Aussteigen in den BMW beobachtet haben. Hinweise unter Telefon 04101/20 20.

Bis zum Abend blieb unklar, ob die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen die Bankräuber beantragen will und ob es zu einer Vorführung beim zuständigen Haftrichter am Amtsgericht kommt. Gegen die Männer wird wegen schweren Raubes beziehungsweise Beihilfe dazu ermittelt. Die Mindeststrafe für Taten dieser Art liegt bei fünf Jahren. Banküberfälle haben – nicht nur im Kreis Pinneberg – Seltenheitswert. Die Sicherungsmaßnahmen in den Banken sind immer besser geworden, die Beute bleibt gering. In Quickborn hatte zuletzt 2002 ein Mann erfolglos versucht, die inzwischen geschlossene Volksbankfiliale an der Dorotheenstraße zu überfallen.