Pinneberg
Schenefeld

Prozess um Schüsse vor dem Ebert’s beginnt am Montag

Schenefeld. 35 Zeugen, mehrere Sachverständige, acht Prozesstage: Mehr als 13 Monate nach den Schüssen vor der Schenefelder Diskothek Ebert’s beginnt am Montag das Verfahren gegen den Schützen – und die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Itzehoe hat eine umfangreiche Beweisaufnahme vorgesehen. Zum Prozessbeginn am Montag ist nur die Anklageverlesung geplant, der letzte der acht weiteren Verhandlungstage ist für den 29. Juni vorgesehen. Dem zur Tatzeit 22 Jahre alten Angeklagten aus Hamburg wird unter anderem versuchter Totschlag vorgeworfen.

Es war die Nacht zum 19. April 2015, als gegen 2.15 Uhr im Eingangsbereich der Diskothek zwei Schüsse fielen. Die Kugeln trafen zwei jeweils 23 Jahre alte Männer aus Hamburg. Sie wurden schwer, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt. Zuvor war offenbar die Freundin des Schützen aus dem Umfeld der späteren Opfer angemacht worden. Um sich zu rächen, griff der damals 22-Jährige dann wenig später zur Waffe, die er offenbar mit sich führte, und wartete den Moment ab, als die beiden Männer vor der Disco frische Luft schnappten. Nach der Tat hatte sich der Hamburger ins Ausland abgesetzt. Als er Ende Mai zurück nach Deutschland reiste, erwarteten ihn die Beamten der Itzehoer Mordkommission bereits am Hamburger Flughafen.

Nach seiner Verhaftung legte der Mann ein umfassendes Geständnis ab und zeigte den Ermittlern das Versteck der Schusswaffe. Dieser Umstand und der feste Wohnsitz des Schützen in Deutschland führten zu seiner Entlassung aus der Haft.