Pinneberg
Stadtentwicklung

Schenefelds langer Weg zum neuen Stadtkern

Frank Schlegelmilch vom Büro BPW stellte die Pläne für Schenefelds neuen Stadtkern vor

Frank Schlegelmilch vom Büro BPW stellte die Pläne für Schenefelds neuen Stadtkern vor

Foto: Arne Kolarczyk / HA

150 Bürger bei Infoveranstaltung, mit der ein zweijähriger Planungs- und Beteiligungsprozess beendet wird. Umsetzung soll beginnen.

Schenefeld.  Schenefeld ist seiner neuen Mitte wieder ein kleines Stück nähergekommen. 150 Bürger kamen am Mittwochabend zu einer Info-Veranstaltung ins Rathaus, mit der ein zweijähriger Planungs- und Beteiligungsprozess abgeschlossen wurde. Bürgermeisterin Christiane Küchenhof betonte, dass der Abschluss gleichzeitig einen Anfang darstelle: „Jetzt geht es darum, die Pläne für den neuen Stadtkern in die Tat umzusetzen.“

Der Weg dahin – er wird schwer und langwierig. „Wir gehen von zehn bis 15 Jahren aus“, erläuterte Frank Schlegelmilch vom Büro BPW Baumgart + Partner, das die Stadt bei den Planungen begleitet. Und was sich in dieser Zeit umsetzen lasse, sei unklar. „Wir reden überwiegend von Grundstücken, die in Privatbesitz sind. Wir wollen die Eigentümer motivieren, die Flächen selbst zu entwickeln.“

Geplant ist, das Umfeld rund um das Rathaus baulich neu zu gestalten. Der Holstenplatz soll durch eine Bebauung an den Rändern eingefasst und als Platz aufgewertet werden. Durch die Umgestaltung der Vorplatzbereiche des Stadtzentrums soll das Einkaufszentrum an den Ortskern angebunden und über ein neues, klar gegliedertes Wegesystem besser erreichbar sein. „Sie müssen eines akzeptieren: Die Fußgängerzone in dem Einkaufszentrum ist ihr Stadtkern“, so Schlegelmilch. Es gebe keine Chance, neben dem Stadtzentrum ein zweites Geschäftszentrum rund um das Rathaus zu schaffen. „Sie würden Leerstand produzieren oder Ein-Euro-Shops bekommen. Das wird kein Bild sein, das sie sehen wollen“, so der Planer.

Daher soll versucht werden, die beiden durch die LSE getrennten Bereiche zusammenzuführen. Dafür wird eine Machbarkeitsstudie zum Umbau der Landesstraße erfolgen. Geprüft werden soll eine Troglösung oder, falls diese wie erwartet zu kostspielig ist, eine geänderte Oberflächengestaltung bei den Fußgängerquerungen. Auch der Rückbau der ungeliebten Luninezbrücke, eine Neuorganisation der Bushaltestellen und durchgängige Radwege sind Bestandteile der Planung.

Der Kernpunkt des Konzeptes ist die Errichtung des Bürgerzentrums, das unter anderem Bürgerbüro, Bücherei und VHS umfassen soll. Standort ist das heutige Bürgerbüro gegenüber dem Rathaus. „Die Architektur muss ein Alleinstellungsmerkmal haben“, so Schlegelmilch. Die Stadt besitze zwei der vier Grundstücke gegenüber dem Verwaltungssitz, erläuterte Bürgermeisterin Küchenhof. „Wir führen derzeit Verhandlungen mit den Eigentümern der beiden Mittelgrundstücke. Das Bürgerzentrum können wir notfalls auch ohne diese Flächen realisieren.“

Durch die Aufnahme ins Städtebauförderprogramm von Bund und Land muss die Stadt nur ein Drittel der Kosten tragen. Durch die Ausweisung des gesamten Areals als Sanierungsgebiet bekommt die Stadt eine Handhabe, eine Neuordnung der Grundstücke herbeizuführen.

Darum wird sich später ein Sanierungsmanagement kümmern. Wohnen, Dienstleistung, Freizeit und Gastronomie: Diese Bereiche sollen das neue Stadtzentrum prägen. Auch eine Aufwertung und Einbindung der vorhandenen Grünzüge im Bereich der Düpenauniederung und der Bürgerwiese ist vorgesehen.

Um das alles in die Tat umzusetzen, bedarf es vieler Untersuchungen, Gutachten, Planungen, Wettbewerbe und natürlich politischer Beschlüsse. „Eine Stadt lebt von Veränderungen“, sagt Schenefelds Stadtplaner Ulf Dallmann. Er ist sicher, dass diese Pläne anders als die vielen Versuche zuvor „nicht für die Schublade sind“. Und John Timmermann, einer der einflussreichsten Grundstückseigentümer rund um das Rathaus, spricht von einer Aufbruchstimmung. „Es ist Konsens unter den Eigentümern, das sich etwas verändern muss.“ Auch Corina Schomaker, Managerin des Stadtzentrums, steht den Plänen positiv gegenüber. „Natürlich erhoffen wir uns dadurch auch mehr Frequenz.“

Und die Bürger? Die meisten zeigten sich von den Plänen begeistert. Einige mahnten, dass auch das Thema Lärmbelastung untersucht werden müsse. „Sie alle werden weiter beteiligt“, versprach die Bürgermeisterin.