Pinneberg
Hasloh

A-7-Ausbau: Ein Dorf fürchtet den Mega-Stau

Nichts zu lachen: Haslohs Bürgermeister Bernhard Brummund befürchtet das Schlimmste

Nichts zu lachen: Haslohs Bürgermeister Bernhard Brummund befürchtet das Schlimmste

Foto: Burkhard Fuchs

Wegen des A7-Ausbaus und einer Brückensperrung in Bönningstedt wird vom 23. Juni an der Verkehr durch die Gemeinde umgeleitet.

Bönningstedt/Hasloh.  Die Gemeinde Hasloh ist in Aufruhr und fürchtet ein Verkehrschaos im Ort, wenn voraussichtlich vom 23. Juni an die Brücke in Bönningstedt über die A 7 (Kreisstraße 5) gesperrt und wegen des sechsstreifigen Ausbaus komplett erneuert wird. Mindestens sieben Monate lang wird dann der überwiegende Verkehr, einschließlich der HVV-Buslinie 295 zwischen Pinneberg und Norderstedt, über den Garstedter Weg in Hasloh über die Autobahn geführt.

„Da droht uns der Super-Stau“, sagt die SPD-Gemeindevertreterin Eileen Rohrbach, die jetzt als Vorsitzende der Arbeitsgruppe für Verkehrsberuhigung die Bürger zu einer Informationsveranstaltung in den Schulungsraum der Feuerwache einlud. Mit 40 ziemlich verunsicherten Einwohnern diskutierte sie die Folgen und möglichen Konsequenzen. Danach behält sich die Gemeinde Hasloh vor, innerörtliche Straßen zu sperren, Tempo-30-Regelungen einzuführen und die wichtigsten Ampelschaltungen entsprechend zu verändern.

Wenn alle rund 10.000 Autofahrer, die täglich die Ost-West-Route über Bönningstedt nutzen, über die nächstliegende Verbindung über Hasloh ausweichen sollten, wird sich in dem 3500-Einwohner-Dorf die Verkehrsbelastung auf einen Schlag verdoppeln. Das könnte zu einer Überlastung des Garstedter Weges, insbesondere an der Kreuzung zur B 4 (Kieler Straße), führen, waren sich die Hasloher Bürger einig. Zumal auch der 295er-Linienbus dort 50-mal am Tag vorbeifährt und an der Bahnhofstraße neuerdings anhält und Fahrgäste in Richtung Pinneberg beziehungsweise Norderstedt aufnimmt.

Darum fürchten die Anwohner um die Sicherheit ihrer Kinder, deren Weg zur Grundschule hier entlangführt. Eilige Autofahrer könnten sich am haltenden Bus vorbeidrängeln wollen oder über die Schulstraße, Krohnkamp und Mittelweg dem möglichen Stau vor der Ampel an der B 4/Garstedter Weg ausweichen. Diesen Schleichweg durch die Tempo-30-Zone nutzten schon heute viele Autofahrer, wenn die Kieler Straße dicht ist, warnte ein Anlieger. Künftig könnte das auf Kosten der Schulwegsicherung zu einer Dauerplage werden.

Darum würde die Gemeinde am liebsten diese Umfahrungsmöglichkeiten mitten durchs Wohngebiet sperren, kündigt Haslohs Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) an. „Die Durchfahrt zwischen der B 4 und dem Garstedter Weg durch die Schulstraße und den Mittelweg muss verhindert werden.“ Diese Maßnahme könnte aber auch nach hinten losgehen, warnte Uwe Scharpenberg von der Quickborner Verwaltung, der zusammen mit Rüdiger Langels vom Fachdienst Straßenbau und Verkehrssicherheit der Kreisverwaltung an diesem Abend die Hasloher beriet. So sollte die Gemeinde vorsichtig sein mit solchen Sperrungen, weil diese die Zufahrt zur B 4 für die im Norden wohnenden Hasloher erheblich behindern könnten.

Eine weitere Schutzmaßnahme zur Verkehrsberuhigung könnte die Einführung eines Tempolimits von 30 Kilometern pro Stunde auf dem Garstedter Weg in Höhe der Grundschule auf einer Länge von 150 Metern sein, so ein weiterer Vorschlag der Arbeitsgruppe. Doch dagegen spreche die Vorgabe der Straßenverkehrsordnung, dass Fußgängerampeln in Tempo-30-Zonen nicht gestattet sind, erklärte Langels. Somit stünde die Ampel am Dörpshus dieser Idee im Wege.

Einfacher dürfte da schon zu realisieren sein, die Behelfsampel an der B 4 (Höhe Mittelweg) in eine Dauerampel umzuwandeln. „Unser Vorschlag wäre, dass sie alle paar Minuten automatisch auf Rot springt“, so Bürgermeister Brummund. Dafür benötige die Gemeinde aber die Genehmigung des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr. Falls sich diese Behörde dagegen aussprechen sollte, hatte ein Hasloher Bürger einen „Kreativ-Vorschlag“: „Ein Freiwilligendienst könnte von 7 bis 9 Uhr die Ampel immer wieder auf Rot drücken.“

Die Gemeinde will nun zunächst die jeweiligen Verkehrsströme ermitteln und die ersten Tage der Brückensperrung in Bönningstedt abwarten, kündigt Brummund an. „Wir werden die Entwicklung der Verkehrszunahme genau beobachten, um dann kurzfristig reagieren zu können.“

In Bönningstedt hatte die bevorstehende Brückensperrung bereits erste Konsequenzen. So hat der Kreis Pinneberg acht Platanen in der K 5 an der kleineren Brücke über die Mühlenau gefällt, um dort eine Ausweichstrecke für die K 5 über eine Behelfsbrücke zu schaffen, damit auch die marode Mühlenau-Brücke saniert werden kann. Kreissprecher Oliver Carstens: „Wir wollen die A-7-Baustelle nutzen, um die Mühlenaubrücke und den Radweg zwischen Kieler Straße und Dammfelder Weg in Bönningstedt zu erneuern.“

Mehr zum Thema in der Hauptausgabe auf den Seiten 1 und 16