Pinneberg
Konzert-Highlight

Stadt Schenefeld rollt roten Teppich aus

Das Schlagwerk-Quartett Elbtonal spielt das einzige Konzert des Schleswig-Holstein Musik Festivals in Schenefeld

Das Schlagwerk-Quartett Elbtonal spielt das einzige Konzert des Schleswig-Holstein Musik Festivals in Schenefeld

Foto: Nicola Rochlitz / Elbtonal

Beim Elbtonal-Konzert im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals am 16. Juli wird das Schulareal samt Forum zum Konzertsaal.

Schenefeld.  Es ist angerichtet. Vier Meter breit ist der rote Teppich, den die Stadt und die Kulturinitiative Schenefeld Künstlern und Publikum am Sonnabend, 16. Juli, auf dem Schulhof des Gymnasiums ausrollen. Denn an diesem Abend wird der betonierte Schulhof kein Schulhof sein, die Schule nicht der bekannte nüchterne Zweckbau, das Forum keine Schulaula – sondern ein klassischer Konzertsaal – Schenefeld verwandelt sich in einen Festivalort. Beim einzigen in der Stadt angesetzten Konzert des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) werden die vier begnadeten Schlagwerker von Elbtonal, unterstützt von zehn Rhythmus-Zauberern aus vieler Herren Länder, das Forum mit vollem Körpereinsatz rocken.

Musikalisch gesehen markiert dieser Abend den absoluten Höhepunkt des Jahres. Entsprechend ungewöhnlich gestalten die Organisatoren und Sponsoren das Rahmenprogramm. Die guten Erfahrungen und positiven Rückmeldungen aus dem vergangenen Jahr, als anlässlich des Auftritts eines Stummfilmpianisten Hollywood-Plakate das Ambiente schmückten und es ebenfalls einen, wenn auch schmaleren roten Teppich gab, hätten den Organisatoren Mut gemacht, sagt Bürgermeisterin Christiane Küchenhof.

Die Besucher sollen sich wie Stars fühlen

Deshalb lässt das Team der Stadtverwaltung um Fachbereichsleiter Axel Hedergott es jetzt erst recht krachen. Der symbolische Teppich beginnt bereits auf der Zuwegung zum Schulhof zwischen Gymnasium und Stadion und reicht bis an die Tore des Schulgebäudes. Fackeln und Bäumchen werden ihn säumen, sodass alle Konzertgäste sich auf diesen letzten Metern zum Saal selbst ein bisschen wie Stars fühlen dürfen. Ganz besonders deshalb, weil jeder einzelne von ihnen von einem extra engagierten Stelzenläufer abgeholt und zum Sektempfang im Festzelt gebeten wird. Ein Glas Sekt spendiert die Stadt. Ein professioneller Caterer serviert im Festzelt Häppchen, Wein und Bier, dazu spielt ein Saxofonist live für die Konzertgäste.

Die Kosten für das Spektakel trägt im Wesentlichen die Kulturinitiative Schenefeld, ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmer aus Schenefeld und dem Kreis Pinneberg, Sie haben auch das Konzert selbst stark bezuschusst. Eine konkrete Summe nennt Küchenhof nicht, die Kosten bewegten sich im fünfstelligen Bereich. Die Stadt unterstützt das Konzert vor allem organisatorisch.

„Wir möchten die Schule und den Schulhof an diesem besonderen Abend ein bisschen verschwinden lassen“, begründet Küchenhof die aufwendige und wundersame Verwandlung. „Das Forum ist ein sehr schöner Konzertsaal, da möchte man auch das Ambiente angemessen gestalten.“

Dieses Ziel, nämlich das bauliche Umfeld des als Theater- und Konzertsaal genutzten Forums weniger schulisch wirken zu lassen, hatte bereits der ehemalige Kulturverein Forum Schenefeld verfolgt. Es gab sogar Pläne, den hinteren (Bühnen-)Eingang des Forums in einen ansprechend gestalteten Extrazugang für Theater- und Konzertgäste umzuwandeln.

Hätte ein solches Anliegen jetzt bessere Chancen? Nach der Kulturflaute der vergangenen beiden Jahre wird das Forum jetzt wieder prominenter bespielt werden. Denn Kurt Krauß, als Chef des Jugend- und Kommunikationszentrums Schenefeld (JUKS) für die Bespielung der Bühne zuständig, hat vor wenigen Wochen ein entsprechendes Jahresprogramm mit Konzerten und Theateraufführungen vorgelegt.

„Nein“, sagt Küchenhof. Die Umbaupläne seien kostspielig gewesen, auch hätten dafür Schulräume geopfert werden müssen. Das sei politisch damals wie heute nicht gewollt. Auch mangelnde Barrierefreiheit und Brandschutz schöben einer anheimelnderen Gestaltung des Foyers vor dem Forum einen Riegel vor.

Sei’s drum – am 16. Juli wird gefeiert. Fürs Elbtonal-Konzert gibt es zwar keine Karten mehr, Fans können sich aber auf die Warteliste auf der SHMF-Homepage (www.shmf.de/
Programm) setzen lassen.