Pinneberg
PZ-Regional

Blütenregen aus dem Darknet

In unserem schönen Norden gelangen stetig mehr gefälschte Zehn-Euro- Scheine in Umlauf, gab die Polizei bekannt. Grund für diese Schwemme seien moderne Beschaffungswege. Früher musste ein Falschgeldvertreiber vor dem Erwerb der „Blüten“ erst mühsam einschlägige Kontakte aufbauen. Oder die Scheine selber fälschen, aber dafür musste man schon den Kunst-Leistungskurs besucht haben, mindestens mit Abschlussnote „Gut“. Das schaffte nicht jeder. Und wer das schaffte, beschäftigte sich mit dickeren Fischen als mit lumpigen Zehnern.

Heutzutage existiert in den unendlichen Weiten des Internets ein unkontrollierter Bereich namens „Dark­net“. Dort ist die Order falscher Banknoten etwa so kompliziert wie eine Buchbestellung beim Onlinehändler. Die Polizei verwies exemplarisch auf eine Schar Holsteiner Gymnasiasten, die ihre Abiturfeier mit Blütenbündeln finanziert hatte – per Internet bestellt, frei Haus geliefert.

Wie sicher sich die Falschgeldlieferanten in ihrer Cyber-Anonymität fühlen, zeigt das polizeibekannte Beispiel eines Blüten-Onlinehändlers, dessen Kunden auf dem Portal sogar Bewertungen für den Lieferanten und die Qualität der gelieferten Ware abgeben konnten. Von der Holsteiner Gymnasiasten-Bande gab es vermutlich nur ein Sternchen für prompte Lieferung. Drei „Gesenkte Daumen“-Symbole für die sofort aufgeflogene Fälschung werden nachgetragen, wenn die Kids nach verbüßtem Jugendarrest erstmals wieder ans Smartphone dürfen.

Das, liebe Kinder, hat man davon, wenn man immer nur online einkauft und auf drittklassigen Dreck reinfällt, anstatt vor Ort die lokale Schattenwirtschaft zu unterstützen. Und dann wundert ihr euch, dass es in euren verödeten Dörfern und Kleinstädten nicht mal mehr eine Geldfälscherwerkstatt gibt, die euch Qualitätsware und Ausbildungsplätze böte.

Schnelles Geld ist nicht immer das Beste.