Pinneberg
Prisdorf

Der „Gentleman-Bürgermeister“ geht von Bord

Foto: Eike Pawelko / HA

Festakt zum Abschied des scheidenden Prisdorfer Ortschefs Wilfried Hans (CDU). Redner würdigten ihn als begnadeten Krisenmanager.

Prisdorf.  „Du warst der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Wie Landrat Oliver Stolz würdigte eine ganze Reihe von Laudatoren unisono die Verdienste des scheidenden Prisdorfer Bürgermeisters Wilfried Hans beim Festakt anlässlich dessen Verabschiedung.

Nach 14 Jahren im Amt war der Christdemokrat Anfang Mai aus persönlichen Gründen überraschend zurückgetreten. „Das war ein kleiner Schock für uns“, sagte Prisdorfs CDU-Chef Stefan Brühl. Wie die meisten seiner Mitredner würdigte Brühl ausdrücklich die breite Zustimmung in der Bevölkerung und der Kommunalpolitik für Bürgermeister Hans über Parteigrenzen hinweg. Hans, der seine kommunalpolitische Karriere 1990 als bürgerliches Mitglied diverser Prisdorfer Ausschüsse begann, war ein überaus beliebtes Ortsoberhaupt. „Du hattest immer ein offenes Ohr für uns Dorfbewohner“, sagte Nicole Jappe, Vorsitzende des Vereins „Prisdorf macht Vergnügen“. Sie sprach stellvertretend für alle Vereine und Verbände des Ortes.

Hans gilt als geschickter, menschenfreundlicher Diplomat. Kompromissbereit, aber ein durchaus zäher Verhandlungspartner. „Dein Name ist Programm: Willen und Frieden“, sagte Landrat Stolz, der ihn aufgrund seiner stilvollen und erfolgreichen Amtsführung als „Gentleman-Bürgermeister“ titulierte. „Du hast geräuschlos selbst schwierige Konflikte gelöst, ohne dass dabei das Ansehen einzelner Menschen beschädigt wurde“, sagte Stolz mit Blick auf die gelegentlich stürmische Zeit von Hans als Vorsteher des frisch fusionierten Amtes Pinnau von 2008 bis 2013. „Mit dir geht ein pragmatischer, volksnaher Bürgermeister.“

Gleich zu Beginn des Festakts hatte Hans’ Amtsnachfolger Rolf Schwarz (Bürgerblock Prisdorf, BBP) die nachhaltig sichtbaren Meilensteine der Ära Hans Revue passieren lassen – von der Eröffnung des umkämpften Einkaufszentrums mit dem „Marktkauf“ direkt an der Grenze zum nicht gerade begeisterten Nachbarn Pinneberg 2003 über die Eröffnung der Arztpraxen im ehemaligen Postgebäude 2007 bis zur die Erschließung und rasanten Besiedlung der beiden Baugebiete Röhmcken und Bickenbusch. Als zukunftsweisend hob Schwarz den Bau eines neuen Kindergartens und vor allem der modernen Bilsbek-Schule gemeinsam mit der Nachbargemeinde Kummerfeld hervor.

Sowohl Hans’ Amtsvorgänger Hans-Albert Höft als auch Günter Hildebrand, Ellerbeks Bürgermeister und Hans’ Nachfolger als Vorsteher des Amtes Pinnau, betonten die Ausnahmequalitäten des Prisdorfers als lösungsorientierten Brückenbauer in sachlich und menschlich verfahrenen Situationen. Auf die wohl kürzeste Formel brachte Prisdorfs SPD-Fraktionschef Manfred Uhl seinen Respekt nach 22 gemeinsamen Jahren im Gemeinderat: „Danke, Wilfried.“