Pinneberg
Tornesch

Eine seltene Lampe fasziniert im Tornescher Heimat-Museum

Museumschef Schulz ist von einer Schusterkugel hellauf begeistert

Tornesch. Für Harald Schulz, Vorsitzender der Kulturgemeinschaft Tornesch, ist eine Lampe das schönste Exponat aus der Sammlung des Heimatkundlichen Museums Möllnhof. „Es ist keine gewöhnliche Lampe, sondern eine sogenannte Schusterkugel“, sagt Schulz. „Diese Lampen sind nur noch sehr selten zu finden. Wir haben das Glück, gleich zwei Exemplare davon zu besitzen.“ Vor drei Jahren wurden sie von den Erben eines Hamburger Sammlers dem Museum vermacht.

Schusterkugeln waren einst weit verbreitet. Kaum ein Schuster wollte oder konnte ohne sie im 19. und frühen 20. Jahrhundert seiner Arbeit nachgehen. Diese heute kaum noch bekannten Arbeitslampen sind mit der Erfindung der Glühlampe schnell von der Bildfläche verschwunden.

Doch bevor Werkstätten mit elektrischem Licht ausgestattet werden konnten, war die Schusterkugel ein Segen für die Zunft. Denn mit ihr konnten mehrere Arbeitsplätze gleichzeitig ausgeleuchtet werden – mit nur einer Lichtquelle.

„Das Prinzip ist einfach. In der Mitte der Schusterkugel befindet sich eine Petroleumlampe“, sagt Schulz. Um sie herum sind Glaskugeln positioniert, die mit Wasser gefüllt werden. „Durch das Wasser wird das Licht gebündelt, und wie eine Taschenlampe strahlt das Licht auf einen bestimmten Punkt im Raum. So konnten bis zu vier Schuster gleichzeitig um eine Lampe herum arbeiten, auch wenn es schon draußen dunkel war“, sagt Schulz. Die Idee für diese Lampe stammt übrigens ursprünglich von einem Optiker.

Tornescher Museum: Bocktwiete 43, Mai bis Oktober (außer August) erster So im Monat, 14-17 Uhr, an Aktionstagen von 11-17 Uhr, Eintritt frei