Pinneberg
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Im Pinneberger Rathaus wurde ein 1700 Jahre alter Fund gemacht

Das Stadtmuseum Pinneberg zeigt Teile der Sammlung von Johannes Görbing

Pinneberg.  Eigentlich sammelte Johannes Görbing Mineralien und Edelsteine. Auch die sind im Obergeschoss des Pinneberger Stadtmuseums ausgestellt. Aber Museumsleiterin Ina Duggen hat es auf ein Teil aus Görbings Sekundärsammlung abgesehen. Nebenbei sammelte der studierte Apotheker nämlich alles mögliche, von Schwertfischflossen über Dolche bis hin zu den sogenannten Balsamarien.

Auf ein solches Gefäß deutet Ina Duggen als Antwort auf die Frage, welches denn ihr Lieblingsexponat sei. Zwischen einigen weiteren Balsamarien, alle aus der Zeit zwischen 1. und 3. Jhd. n. Chr., sticht eines ganz besonders hervor. Es ist ein glänzendes Gefäß mit langem Hals, gebogenem Henkel und einer kleinen Öffnung. „Die perlmuttfarbene Oberfläche kommt durch die Verwitterung unter der Erde“, weiß Duggen. Wo genau der Fund herkommt, kann sie jedoch nicht sagen: „Es könnte aus Italien, Syrien oder genau so gut Nordafrika kommen.“

Der Fachausdruck für das Gefäß lautet Guttus. Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen Wort für Tropfen („gutta“) ab. „Durch die kleine Öffnung konnten tröpfchenweise Öle und Essenzen aufgetragen werden,“ erzählt Duggen fasziniert weiter. Im weitesten Sinne könne man die Balsamarien als Apothekergefäße bezeichnen. Das erkläre auch die Sammelleidenschaft Görbings für die kleinen Behältnisse.

Nach seinem Tod 1946 in Rellingen, wurde die Sammlung von Görbings Erben an die Stadt Pinneberg übergeben. Aus Mangel an Ausstellungsmöglichkeiten verschwanden die Exponate im Rathauskeller. Erst im Jahr 2000 kam alles wieder zum Vorschein. Ina Duggen erinnert sich genau, wie sie die fest vernagelte Holzkiste auf einem verstaubten Schrank fand. Zwischen zerknüllten Zeitungen von 1950 entdeckte sie das Balsamarium und konnte ihr Glück kaum fassen.

Stadtmuseum Pinneberg: Dingstätte 25, Di, Mi, Fr 17-19 Uhr, Do 10-12 Uhr, Sa 11-13 Uhr, Eintritt frei