Pinneberg
Schenefeld

Stadtplaner setzt auf den Fahrradverkehr

Die Schenefelder SPD-Vertreter Ronald Vierke (links) und Kai Harders unterstützen das geplante Radwegekonzept, möchten aber mehr Rücksicht auf den landwirtschaftlichen Verkehr.

Die Schenefelder SPD-Vertreter Ronald Vierke (links) und Kai Harders unterstützen das geplante Radwegekonzept, möchten aber mehr Rücksicht auf den landwirtschaftlichen Verkehr.

Foto: Eike Pawelko / HA

Ulf Dallmann stellt Konzept vor. CDU kritisiert: Was jetzt geplant wird, ist zu viel des Guten. SPD will Rücksicht auf Landwirtschaft.

Schenefeld.  Das gleichberechtigte Nebeneinander von Auto- und Radfahrern auf relativ stark befahrenen Fahrbahnen in Schenefeld rückt in greifbare Nähe. Bis Mitte Juli tauscht das Bauhof-Team nach Angaben von Stadtplaner Ulf Dallmann an den entsprechenden Abschnitten die alten blauen Radwege-Gebotsschilder gegen „Radfahrer frei“-Beschilderung aus.

Damit hebt die Stadt die bislang bestehende Pflicht zur Benutzung der Radwege dort auf und setzt eine Anordnung des Kreises Pinneberg aus dem Dezember 2015 um. Radfahrer dürfen und sollen dann sogar nach Möglichkeit auf dem Asphalt unterwegs sein, sich die Fahrbahn gleichberechtigt mit den motorisierten Kollegen teilen. Wer sich auf der Straße unsicher fühlt, darf aber weiterhin auf dem Gehweg radeln. Genau das wird die neue Beschilderung klarstellen. Die neuen Schilder sind bereits geliefert.

Dass die Autofahrer sich auf das neue Miteinander einstellen müssen, ist also unstrittig. Die große Frage bleibt: Wie gestaltet sich dann mittelfristig die Verkehrsplanung entlang der Schenefelder Verkehrsachsen? Folgt die Politik dem von Stadtplaner Dallmann vorgelegten Radverkehrskonzept 2015-2025? Sein Plan sieht eine Kombination aus Fahrradstraßen vor, auf denen die Radler Vorfahrt haben, sowie Schutzstreifen und selbstständig geführten Radwegen entlang der Hauptverkehrsadern (siehe Kasten). „Das Ziel ist es, die Radfahrer besser zu schützen, nachdem die Pflicht zur Benutzung der Radwege gefallen ist“, sagt der Experte.

Vertreter von SPD und Grünen signalisierten grundsätzlich Zustimmung. „Wir sind eindeutig dafür“, sagte Vierke. Allerdings gaben sie zu bedenken, dass die neuen Radfahrer-Rechte nicht den landwirtschaftlichen Verkehr behindern dürften. Sülldorfer Weg und Holtkamp sollten deshalb lieber keine Fahrradstraßen werden, sagte Vierke.

Starken Gegenwind gab es dagegen von der CDU. „Unterstützung für den Radverkehr – ja. Aber nicht in dieser epischen Breite“, sagte Christdemokrat Holm Becker. „Die Radfahrer sind in der Minderheit, und ich will als Autofahrer nicht hinter den Radlern hinterhertuckern müssen.“

Jetzt soll erstmal die Lage geprüft werden. Bei einer Gegenstimme beauftragten die Politiker die Verwaltung, das Konzept im Rahmen der ohnehin geplanten gesamtstädtischen Verkehrsuntersuchung mitbeurteilen zu lassen.