Pinneberg
Wedel

Ein Punker macht Dampf im Möller-Technicon

Steampunker Aeon Junophor im Möller-Technicon mit Sabine Weiss vom Stadtmuseum Wedell und Gerhard Kuper von der Arbeitsgemeinschaft Industriegeschichte

Steampunker Aeon Junophor im Möller-Technicon mit Sabine Weiss vom Stadtmuseum Wedell und Gerhard Kuper von der Arbeitsgemeinschaft Industriegeschichte

Foto: Anne Dewitz / HA

Hetlinger Bauingenieur mischt als Aeon Junophor in der Steampunk-Szene mit. Am 30. April ist er im Möller-Technicon in Wedel.

Wedel.  Professor Otto Lidenbrock sei einer der ältesten und verlässlichsten Kunden der Junophor Werke. Es sei eine weitgehend unbekannte Tatsache, dass er sich bei seinen Forschungsunternehmungen wie die Reise zum Mittelpunkt der Erde „mannigfaltigster Gerätschaften aus dem Dampfkraftlabore bedient“, sagt Aeon Junophor, Direktor und Gründer der Dampfkraftlabore.

Im zivilen Leben heißt Aeon Junophor Fritz Eckert und wohnt in Hetlingen. Der Bauingenieur lebt die Kunstform des Steampunks, in der seine funktionalen und fiktionalen Ideen Gestalt annehmen. Eine Art Rollenspiel. Herzstück der fiktiven Junophor-Werke ist das Dampfkraftlabor. Dort konstruiert der dreifache Vater ästhetisch anmutende Geräte und Apparate. Jule Vernes fantastische Werke wie die „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ dienen dabei nicht selten als Inspirationsquelle.

In dessen Roman nimmt das Abenteuer im Hamburger Johanneum seinen Anfang. Das befindet sich nur wenige Schritte entfernt von Fritz Eckerts Bürobalkon. Das Gejohle der tobenden Schüler klingt oft an sein Ohr.

„Ich versuche, den künstlerischen Anspruch unserer Vorväter an die Gestaltung damaliger technischer Gerätschaften zu erfassen und neu zu interpretieren, indem ich oft Originalteile aus dieser Epoche verwende und in einen neuen Kontext stelle“, sagt der 53-Jährige. Gleichzeitig setze er ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft und das „rein auf Funktion abgestimmte ausdruckslose Design dieser Tage“.

Die Grenzen zwischen Aeon Junophor und Fritz Eckert verschwimmen immer mehr. „Wenn mein Personalausweis ausläuft, werde ich meinen Namen in Aeon Junophor ändern“, sagt er. Denn was 2011 als Hobby begann, nimmt immer mehr Platz in seinem Leben ein. Als Steampunk-Designer berichtet er in einem eigenen Blog über neuste Erfindungen, stellt seit 2013 regelmäßig aus und ist in der Steampunk-Szene weltweit gut vernetzt.

Das Dampfkraftlabor im Möller-Technicon in Wedel ist zum ersten Mal beim Kreiskulturwochenende dabei. Dort zeigt der Künstler eine Auswahl seiner technischen Fantasieobjekte „aus einer längst vergangenen Zukunft“. Alle Geräte werden betrieben und erläutert; zudem hat Aeon Junophor spannende Experimente aus dem Reiche des Schwarzlichtes und der Fluoreszenz für die Kinder und jung gebliebene Besucher vorbereitet.

Ausstellung: Sa 30.4., 14-18 Uhr im Möller-Technicon, Rosengarten 10, in Wedel, Eintritt frei