Gelöbnis

Soldaten leisten Schwur vor Pinneberger Drostei

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Andreas Daebeler
Nachdem im Frühjahr 2015 etwa 700 junge Soldaten in Uetersen ihren Schwur leisteten (siehe Foto unten), ist im Mai 2016 ein öffentliches Gelöbnis vor der Szenerie der barocken Landdrostei in Pinneberg geplant.

Nachdem im Frühjahr 2015 etwa 700 junge Soldaten in Uetersen ihren Schwur leisteten (siehe Foto unten), ist im Mai 2016 ein öffentliches Gelöbnis vor der Szenerie der barocken Landdrostei in Pinneberg geplant.

Foto: Ralf Stahl

Öffentliches Gelöbnis am 19. Mai in Pinneberg. Kreisstadt demonstriert Verbundenheit mit dem Bundeswehrstandort Appen.

Pinneberg.  Die Stadt Pinneberg wird zum Schauplatz eines öffentlichen Gelöbnisses der Bundeswehr. Als Kulisse wird die barocke Landdrostei mitten in der City dienen. Bis zu 700 junge Soldatinnen und Soldaten werden am Donnerstag, 19. Mai, in der Kreisstadt erwartet, um von 16 Uhr an auf der Wiese hinter der Drostei ihr Bekenntnis zu leisten, dem Land zu dienen und die Freiheit des deutschen Volkes zu verteidigen.

Die Soldaten werden Tausende Angehörige und Freunde mitbringen. Zu einem vorherigen Empfang im Inneren des Kreiskulturzentrums werden Ehrengäste erwartet. Für Bürgermeisterin Urte Steinberg belegt das öffentliche Gelöbnis die enge Verbundenheit der Stadt mit der Unteroffizierschule im benachbarten Appen.

Laut Oberstleutnant Achim Kling, der in der Appener Marseille-Kaserne stationiert ist, steht die genaue Anzahl der teilnehmenden Soldaten noch nicht fest. Er spricht jedoch von einer „stattlichen Zahl“. Sie kämen nicht allein aus dem Umland Pinnebergs, sondern auch von befreundeten Verbänden aus dem norddeutschen Raum. Pinnebergs Stadtverwaltung sei in die Organisation eingebunden worden. Als Gastredner werde mit Generalleutnant Dieter Naskrent der stellvertretende Inspekteur der Luftwaffe in der Kreisstadt erwartet. An der Gästeliste für den Empfang in der Drostei werde noch gearbeitet.

Bürgermeisterin Urte Steinberg wird sich den Aufmarsch der Uniformierten keinesfalls entgehen lassen. „Ich freue mich, dass dieses Gelöbnis mitten in unserer City stattfindet. Es macht deutlich, dass die Soldatinnen und Soldaten in die Mitte unserer Gesellschaft gehören.“ Sie leisteten als Staatsbürger in Uniform „einen wichtigen Dienst zum Wohle unserer Gesellschaft und Demokratie“.

Der Pinneberger Politiker Uwe Lange, der für die Bürgernahen in der Ratsversammlung sitzt, ist nicht ganz so begeistert vom Aufmarsch der Soldaten vor der Landdrostei. „Ich halte öffentliche Gelöbnisse nicht mehr für zeitgemäß“, sagt Lange. Zudem fühle er sich nicht rechtzeitig informiert. „Ich bin überrascht, dass offenbar ein Geheimnis um den Termin gemacht wurde.“ Bei derartigen Veranstaltungen sei nicht garantiert, dass alles friedlich zugehe, daher hätte die Politik frühzeitig in Kenntnis gesetzt werden müssen.

Die Befürchtung, dass es zu Protesten kommen könne, teilt Sozialdemokrat Herbert Hoffmann nicht. Er erinnert sich vielmehr daran, dass er selbst schon einmal vor Soldaten gestanden und ihnen als amtierender Bürgermeister auf dem Gelände der Eggerstedt-Kaserne das Gelöbnis abgenommen hat. Eindrucksvoll sei das gewesen. „Es gibt keinen Grund dafür, dass Soldaten sich in der Kaserne verstecken“, sagt Hoffmann. Auch Joachim Dreher von Pinnebergs Grünen bleibt gelassen: „Probleme habe ich mit der Ausweitung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr, nicht mit Gelöbnissen.“

Pinnebergs City-Manager Dirk Matthiessen kann sich vorstellen, den Besuchern der City am Tag des Gelöbnisses gastronomische Angebote zu unterbreiten. „Es werden viele Familien nach Pinneberg kommen, das führt zu einer Belebung“, sagt er. Laut Wirtschaftförderer Stefan Krappa wurde als Standort bewusst die Wiese hinter der Landdrostei gewählt. So bleibe der Vorplatz den Wochenmarkthändlern vorbehalten. „Es ist uns wichtig, deren Betrieb nicht zu stören“, so Kling.

Für die Unteroffizierschule in Appen ist es nicht das erste öffentliche Gelöbnis im Kreis Pinneberg. Im vergangenen Frühjahr waren 700 Soldatinnen und Soldaten nach Uetersen auf den Marktplatz gekommen. Eine Veranstaltung ohne Zwischenfälle. Für Kling wenig überraschend: „Wir haben hier noch nie Probleme mit Störern gehabt“, sagt er. Der Kreis Pinneberg sei eine Region, in der der Bundeswehr mit Freundlichkeit begegnet werde.

Am 24. Juni werden übrigens erneut Soldaten in der Kreisstadt erwartet – mit ihren Musikinstrumenten. Die Big Band der Bundeswehr spielt vor der Drostei. Die Einnahmen des Benefizkonzerts kommen bedürftigen Kindern in Pinneberg zugute.

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