Pinneberg
Uetersen

Hölzerne Knollnasen im Museum Langes Tannen

Museumsleiterin Ute Harms und die Figur Herr Müller vor dem Museum Langes Tannen

Museumsleiterin Ute Harms und die Figur Herr Müller vor dem Museum Langes Tannen

Foto: Fabian Schindler / HA

Figuren und Illustrationen des Künstlers Jonas Kötz werden vom 27. Februar an in der Uetersener Museumsscheune gezeigt

Am Sonnabend, 27. Februar, ist ein ganz besonderer Künstler im Museum Langes Tannen in Uetersen zu Gast: Jonas Kötz. Ein Künstler, der sich selbst eher als Handwerker denn als Künstler bezeichnet und dessen Figuren nicht nur unter Kunstkennern überaus beliebt sind.

Der in Hamburg geborene Bildhauer und Illustrator, der seit mehr als zehn Jahren auf Krautsand an der Elbe lebt und arbeitet, ist weithin bekannt. Zum einen durch seine knollennasigen Holzfiguren, die bereits zahlreiche öffentliche Plätze zieren, zum anderen durch seine Arbeit als Illustrator, etwa für Kinderbücher oder die Sesamstraße, für die er zehn Folgen der „Krautsander Geschichten“ gezeichnet hat.

Ute Harms, Leiterin des Museums, freut sich daher ganz besonders auf den Krautsander Künstler. Die Ausstellung mit 18 Skulpturen und Illustrationen aus neun Büchern sei eine Bereicherung für Uetersen. Seine Figuren seien, so sagt sie, ihr zudem ans Herz gewachsen. „Man sieht eigentlich nicht so viel, die Figuren sehen auf den ersten Blick alle recht gleich aus“, so Harms. Doch bei einer genaueren Betrachtung ist dann doch jede Figur eine eigene Persönlichkeit.

Namen haben die Figuren für gewöhnlich nicht. Kötz sei das nicht wichtig. Den Käufern dagegen schon. Sie geben den Knollennasen-Figuren meist liebevolle Namen.

Eine Figur in Uetersen hat aber bereits einen Namen: Herr Müller. Der steht draußen vor dem Museum. Die Figur würde Harms gerne für das Museum kaufen. Doch noch fehlt das Geld. „Wir bräuchten einen Sponsoren. Wenn jemand anderes die Figur kauft, dann bleibt das aber Herr Müller“, sagt Harms. So sei das halt.

Kötz arbeitet auf Krautsand in seinem Atelier mit Motorsäge und Schnitzmesser, mit Schleifpapier und Farbtopf. Das Holz seiner Figuren, meist alte Dalben und Balken aus Eiche, bleibt meist unbehandelt im Naturzustand. Lediglich Augen, Haarreifen und ähnliches werden mit Farbtupfern hervorgehoben.

Für die Ausstellung in Uetersen hat der Krautsander extra zur Motorsäge gegriffen. Fast alle Skulpturen, die dort ausgestellt werden, sind erstmals öffentlich zu sehen. Ein guter Teil von ihnen wird aber wohl nicht lange für jedermann zu sehen sein, denn die Skulpturen von Kötz verkaufen sich schnell. Wer seine Figuren sehen will, hat dazu vom 28. Februar bis 8. Mai Zeit. Der Eintritt in das Museum an der Heidgrabener Straße in Uetersen ist kostenlos.