Pinneberg
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Zeitgenössische Holzschnitte in der Drostei

Stefanie Fricke (l.) und Kunsthistorikerin Melanie Ucke bereiten die Ausstellung „Druckreif“ in der Drostei vor

Stefanie Fricke (l.) und Kunsthistorikerin Melanie Ucke bereiten die Ausstellung „Druckreif“ in der Drostei vor

Foto: Anne Dewitz / HA

Die Wanderausstellung „Druckreif“ der Holzschneidervereinigung Xylon macht vom 26. Februar bis zum 3. April in der Kreisstadt halt.

Pinneberg.  Claas Gutsche betreibt Geschichtsarbeit. Der junge Künstler beschäftigt sich mit der deutschen Vergangenheit – mit Architektur und Denkmalsgeschichte der DDR. In seinem Linolschnitt – einer zu DDR-Zeiten beliebten Technik des sozialistischen „Volkskunstschaffens“ – hält er Erichs Lampenladen auf Großformat fest und nennt es „Erasure“, was ins Deutsche übersetzt Auslöschen oder Ausradieren heißt, eine Anspielung auf den Abriss des Palastes der Republik in Berlin.

Erasure ist eine von 100 Arbeiten, die vom 26. Februar bis Anfang April in der Pinneberger Drostei zu sehen sind. Die Ausstellung „Druckreif“ vermittelt einen Überblick über die verschiedenen Ausrichtungen im aktuellen Holzschnitt und kooperiert mit der deutschen Holzschneidervereinigung Xylon. Deren Mitglieder und von ihnen vorgeschlagene Gäste wurden eingeladen, sich mit neuen Arbeiten für die Wanderausstellung zu bewerben. Eine Jury wählte Arbeiten von 57 Künstlern aus. Bis vor Kurzem waren sie im Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen zu sehen. Nun macht die Ausstellung ihren einzigen Abstecher in den Norden, in die Pinneberger Drostei.

„Die Ausstellung führt vor Augen, dass auch im Zeitalter der flüchtigen digitalen Bilder Künstler fasziniert sind vom Medium Holzschnitt“, sagt Kunsthistorikerin Melanie Ucke, die zur Eröffnung der Bilderschau einleitende Worte zu Technik und Entstehung des Hoch- und Tiefdrucks sagen wird.

„Die künstlerischen Möglichkeiten des auf den ersten Blick wie aus einer vergangenen Zeit wirkende Prinzips des Stempels und des Druckstocks sind immer noch attraktiv“, sagt Stefanie Fricke, künstlerische Leiterin der Drostei. Für die Künstler habe der direkte manuelle Zugriff und der durch die Abfolge der verschiedenen Arbeitsschritte gewissermaßen entschleunigte Schaffensprozess nichts an Anziehungskraft verloren. Die Sammelausstellung biete viele Vergleichsmöglichkeiten. „Der Kontakt zu Xylon kam durch den Hamburger Künstler und ehemaliges Xylon-Mitglied Peter Fetthauser, der 2013 seine Drucke in der Drostei ausgestellt hatte“, sagt Stefanie Fricke.

Die Ausstellung „Druckreif – Zeitgenössischer Holzschnitt“ wird am Freitag, 26. Februar, um 19 Uhr mit einer Vernissage in der Drostei, Dingstätte 23, in Pinneberg eröffnet. Der Eintritt kostet drei Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Schüler bis zum Alter von 18 Jahren haben freien Eintritt. Zu sehen ist die Ausstellung bis einschließlich Sonntag, 3. April. Die Öffnungszeiten sind von Mittwoch bis Sonntag jeweils 11 bis 17 Uhr.