Pinneberg
Quickborn

War Janusz die letzte Hausgeburt der Stadt?

Birte und Malte Krimilowski (mit Sohn Milan) freuen sich über die Geburt des kleinen Janusz

Birte und Malte Krimilowski (mit Sohn Milan) freuen sich über die Geburt des kleinen Janusz

Foto: Burkhard Fuchs

Haftpflichtprämien für Hebammen und Sicherheitsbedürfnis der Mütter Gründe für Abkehr. Die Krimilowskis entschieden sich bewusst dafür.

Quickborn.  Die Hausgeburt des kleinen Janusz Krimilowski war eine besondere, sie könnte nämlich die letzte in Quickborn gewesen sein. Der Grund: Risiko und Haftpflichtprämien sind zu hoch für die freiberuflichen Geburtshelferinnen geworden. Dabei lief die Hausgeburt bei der jungen Quickborner Familie völlig problemlos ab. Als die Wehen eintraten, habe sie die Hebamme informiert und schon wenige Stunden später war der kleine Janusz auf der Welt, erzählt die Mutter Birte Krimilowski. „Das war völlig entspannt. Wir haben uns dann alle zusammen mit Janusz und seinem Bruder Milan zum Ausruhen ins Bett gelegt“, erzählt Vater Malte Krimilowski.

Der eineinhalb Jahre alte Milan sei aber noch in der Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg geboren worden, erklärt die Mutter. Beim ersten Kind hätten sie sich auf die medizinische Rund-um-Versorgung eines Krankenhauses verlassen wollen. Beim zweiten hielten sie dies nicht mehr für nötig, erklärt die junge Mutter, weil auch ihre Schwangerschaft so gut verlaufen sei.

Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl und Standesbeamtin Sabine Schröder schenkten den jungen Eltern einen Blumenstrauß und ein Spielzeug für das Neugeborene. „Wir haben jedes Jahr eine Hausgeburt in der Stadt“, sagt die Standesbeamtin Schröder. Dagegen stünden etwa 180 Babys von Quickborner Eltern, die in einer Geburtsklinik zur Welt kämen.

Damit, dass künftig keine Hausgeburt mehr zu verzeichnen sein wird, rechnet auch Margret Salzmann, die Vorsitzende des Hebammenverbandes Schleswig-Holstein, in dem 674 Hebammen organisiert sind. Sie sagt: „Hausgeburten sind heute ganz selten, praktisch gleich null.“ Die hohen Versicherungsprämien, die freiberufliche Hebammen tragen müssten (6248 Euro im Jahr), und auch das Sicherheitsbedürfnis der meisten Mütter sorgten dafür, dass immer weniger Kinder zu Hause entbunden würden. „Die reine Hausgeburt kommt kaum noch vor“, sagt sie. Eine Aussage, die auch Chefarzt Dr. Stefan Geist von der Geburtsklinik im Regio-Klinikum Pinneberg, bestätigen kann. Er sagt: „Hausgeburten sind die absolute Ausnahme.“ Mehr als 99 Prozent der Mütter würden heute in einer Klinik gebären.