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Quickborn

S21-Gegengutachten skeptisch beurteilt

Das Gutachten der Bürgerinitiative Bahnstraße wird von den Bürgermeistern skeptisch aufgenommen

Das Gutachten der Bürgerinitiative Bahnstraße wird von den Bürgermeistern skeptisch aufgenommen

Foto: DB / dpa,Montage: Thorsten Ahlf

Vertreter aus den Kommunen entlang der Strecke können Aussagen des Gutachtens der Bürgerinitiative nicht verifizieren.

Quickborn/Ellerau.  Gut 20 Vertreter aus den Kommunen entlang der AKN-Strecke Kaltenkirchen - Quickborn - Eidelstedt, die bis 2020 für die S-Bahn elektrifiziert werden soll, hörten sich am Donnerstag die Ergebnisse des Gegengutachtens an, das die Bürgerinitiative Bahnstraße in Auftrag gegeben hatte. Dieses kommt – wie berichtet – zu dem Schluss, dass das 100-Millionen-Euro-Projekt unwirtschaftlich und umweltschädlich wäre. Ein Gutachten der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein dagegen hält es für volkswirtschaftlich sinnvoll.

„Wir wurden da mit Zahlen bombardiert, die wir gar nicht nachvollziehen konnten“, sagt Haslohs stellvertretender Bürgermeister Dieter Kalkovski. „Besser wäre gewesen, die beiden Gutachter wären vor Ort gewesen, und wir hätten ihnen Fragen stellen können.“ Ähnlich sieht es Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl. Ob die Aussagen des Gegengutachtens zutreffen, müssten Fachleute klären. „Wir können das nicht verifizieren.“ Für ihn sei aber die wirtschaftliche Frage nicht so entscheidend. „Für die Erreichbarkeit der Region ist die S-Bahn dringend erforderlich.“ In den nächsten Jahrzehnten werde der motorisierte Individualverkehr weiter zurückgedrängt, Innenstädte wegen Smog- und Feinstaub-Gefahr nicht mehr mit dem Auto zu erreichen sein. Dafür sei die Bahnanbindung elementar wichtig für die Kommunen.

Bönningstedts Vize-Bürgermeisterin Anke Rohwer-Landberg hält die Argumente des Gegengutachtens für nicht plausibel. Wenn behauptet werde, mit der S-Bahn steige der CO2-Ausstoß enorm, der S-Bahn-Vertreter aber sage, die Bahn fahre mit grünem Strom, sei das nicht nachvollziehbar. Dass durch den Ausbau der A7 künftig mehr Menschen wieder von der Bahn ins Auto umsteigen würden, könne sie sich nicht vorstellen. „Die Staus vor dem Elbtunnel werden doch nicht geringer.“ Zumal das auch für mehr CO2-Ausstoß sorgen würde, sodass sich das Gegengutachten widerspreche, sagt Kalkovski.

Gastgeber Markus Spiering von der BI Bahnstraße erkannte: „Das Thema spaltet, die einen sind dafür, die anderen dagegen.“ Natürlich gehe es den 80 Betroffenen, die für den zweigleisigen Ausbau Teile ihrer Gärten hergeben sollen, darum, diesen zu verhindern. Doch: „Wenn sich herausstellen sollte, dass die Berechnungen unsere Gegengutachtens falsch sind“, so Spiering, „müssen wir das akzeptieren.“