Pinneberg
Wedel

Möwenschreck für neue Leuchten am Hafen

Die Sanierung des Hafens wird für Wedel erstmals günstiger

Die Sanierung des Hafens wird für Wedel erstmals günstiger

Foto: WES&Partner Landschaftsarchitekten

Falscher Farbton der Leuchten macht einen Lampenaustausch nötig. Die Wedeler Hafensanierung wird erstmals günstiger.

Wedel.  Wer sich derzeit trotz der Kälte zu einem Spaziergang an Wedels Hafen aufrafft, dem dürfte auffallen, dass dem neuen sanierten Schmuckstück bereits etwas fehlt. Jede zweite Lampe ist kopflos. Denn die neuen Leuchten werden bereits wieder ausgetauscht. Und damit Spaziergänger in Wedel nicht im Dunkeln tappen, wird der Austausch in zwei Etappen vorgenommen. Grund für die Austauschaktion: „Die Leuchtköpfe waren nicht dem Farbton des Mastes angepasst“, erklärt Stefanie Bossen als Pressesprecherin der Stadt Wedel.

Bei Nacht sind zwar alle Masten grau. Doch bei Tag, wenn Spaziergänger ganz genau hinsehen, lässt sich erkennen, dass die Leuchtköpfe etwas grauer als die Masten sind. „Es handelt sich um einen Mangel. Für die Kosten kommt der Hersteller auf“, betont Bossen. Was allerdings finanziell bei der Stadt hängen bleibt, ist der Zusatzschutz, der im Zuge der Umtauschaktion gleich mit angebracht wird. Denn es gibt nicht nur ein farbliches, sondern auch ein tierisches Problem: die Möwen. Weil die sich mit Vorliebe auf den Masten niederlassen und durch Verkotung der Lampen für düstere Zeiten sorgen, muss ein Vogelschutz her. Kostenpunkt: rund 10.000 Euro.

Abschlussrechnung sinkt um 200.000 Euro

Draufzahlen bei der Hafensanierung sind die Wedeler gewöhnt. Lag die Kostenschätzung zu Baubeginn 2012 bei 16,6 Millionen Euro, kletterte sie auf zuletzt 20,6 Millionen Euro, obwohl an der Ausstattung des neuen Hafens gespart wurde. Gründe waren die Entsorgung von kontaminiertem Boden und Bauschutt, aufwendige Kampfmittelsondierung und Probleme mit der Pfahlgründung im Schlick. Diese Kostensteigerung brachte Wedel einen Eintrag ins Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes.

Ein wenig Balsam bei all der Kritik dürfte für die Planer und Politiker da die Abschlussrechnung sein, die jetzt vorliegt und doch etwas niedriger ausfällt als erwartet – und zwar um 200.000 Euro. Somit kostete der zweite Bauabschnitt, die Sanierung des Hafenbeckens, 20,4 Millionen Euro. Grund für die erste Kostenverringerung seit Beginn der Arbeiten am Hafenbecken ist laut Wedels Bauamtschef Klaus Lieberknecht weniger Material, das verbaut worden sei, als anfangs angenommen.

Im kommenden Planungsausschuss am Dienstag, 12. Januar, im Rathaus ist die Hafensanierung erneut Thema. Im voraussichtlich nicht-öffentlichen Teil wird es um die Vergabe der Planung für die nächste Bauphase gehen. Denn im kommenden Jahr sollen der Bereich um das Hafenmeisterhaus und die Flutschutzwand gestaltet sowie der Anleger für Traditionsschiffe gebaut werden.