Engagement

Pinneberger Schüler packen 500 Pakete für Flüchtlinge

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Andreas Daebeler
Schüler der Johann-Comenius-Schule in Pinneberg packen 500 Pakete für Flüchtlinge

Schüler der Johann-Comenius-Schule in Pinneberg packen 500 Pakete für Flüchtlinge

Foto: Andreas Daebeler / HA

Welle der Hilfsbereitschaft rollt. Die Spenden gehen an die Hamburger Erstaufnahmeeinrichtungen. Jugendliche haben Aktion selbst organisiert.

Pinneberg.  Aus den Boxen tönt leise Musik. Überall liegt Geschenkpapier. Auf einem Podest stapeln sich Süßigkeiten, Hygieneartikel und Schulutensilien. In der Aula der Pinneberger Johann-Comenius-Schule im Stadtteil Thesdorf geht’s dieser Tage wuselig zu. 30 Jungen und Mädchen sind eifrig dabei, Pakete zu schnüren. Nicht an Verwandte oder Geschwister werden diese Geschenke adressiert sein. Nein, Flüchtlinge in einer Hamburger Erstaufnahmeeinrichtung an der Harburger Poststraße werden sie auspacken.

Daria Poikat, 19, und Janina Willhoeft, 18, sind Initiatoren der Benefizaktion, die Zeugnis von einer vorweihnachtlichen Welle der Hilfsbereitschaft ablegt. Schulleiterin Uta Holst-Timm betrachtet das Geschehen mit Freude: „Schön zu sehen, wie sich junge Menschen engagieren.“ Insgesamt 500 Pakete werden Pinneberg verlassen. Beschriftet sind die Boxen mit kurzen Hinweisen, für welche Altersgruppe sich der Inhalt eignet.

Und die Pinneberger Schüler mussten nicht groß sammeln gehen, um ihre Päckchen zu füllen. Vielmehr kooperieren sie mit anderen Helfern in der Region. Ein Großteil der Geschenke, die sie derzeit verpacken, kommt aus Wedel. Dort werden Hilfsgüter seit einiger Zeit in einem Bunker gelagert. Zwölf Paletten seien mit einem Laster angeliefert worden. „Es hat sich mit der Zeit dort zu viel Spielzeug angesammelt“, weiß Daria. Lediglich Schokolade sei während eines Infoabends mit gesammeltem Geld hinzugekauft worden.

Überreicht werden die Präsente aus Pinneberg voraussichtlich während der für 18. Dezember in einer Harburger Kulturwerkstatt geplanten Weihnachtsfeier für Asylbewerber. „Wir überlegen, dort hinzufahren“, sagt Janina. Ihr sei durchaus bewusst, dass viele der Flüchtlinge mit muslimischem Hintergrund Weihnachten nicht viel abgewinnen könnten. „Aber es ist auch ein Schritt zur Integration, den Menschen unsere Kultur auf diesem Wege näherzubringen.“ Eine Einbahnstraße ist das Einbinden von Menschen aus anderen Kulturkreisen für die beiden Schülerinnen indes nicht: „Ich habe sogar schon das Lied Jingle Bells auf Arabisch gelernt“, sagt Daria.

Bei ihren Mitschülern mussten die beiden Initiatorinnen nicht lange betteln. Mehr als 30 von ihnen sind an diesem Morgen in die Aula gekommen. „Auch die Lehrer haben große Bereitschaft gezeigt, das Projekt zu unterstützen“, lobt Janina. An der Schule herrsche ein großer Wille vor, bei der Inte-gration von Flüchtlingen mitzuwirken. Von Ängsten oder Vorbehalten gegenüber Asylbewerbern sei hingegen nichts zu spüren.

Vom Unterricht sind die Helfer freigestellt, den verpassten Stoff müssen sie nacharbeiten. Doch das ist derzeit zweitrangig. Denn der Stapel auf dem Podest wird nur langsam kleiner. Es ist noch manch’ Paket zu packen.

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