Pinneberg
Gründer starten durch

Mit Café Lykke hat sie ihr Glück gefunden

Elke Tramm im Café Lykke

Elke Tramm im Café Lykke

Foto: Anneke Lohse / HA

Elke Tramm hat in Elmshorn ein Café für Menschen eröffnet, die nicht alle Lebensmittel vertragen oder sich besonders ernähren.

Elmshorn.  Der Duft von frisch gemahlenem Kaffee erfüllt den Laden. Elke Tramm steht in ihrem Café Lykke hinter dem Tresen. Die Tür öffnet sich, eine ältere Dame kommt in den gemütlich eingerichteten Raum. Die Neugründerin begrüßt sie freundlich, beginnt ein Gespräch mit ihr. Denn das Persönliche steht bei Tramm im Vordergrund. Wenn sie andere Menschen glücklich machen kann, dann ist sie es auch.

Deswegen hat sie ihr Café Lykke genannt. Der Begriff stammt aus dem Skandinavischen und bedeutet übersetzt Glück. Mit ihrem Café in der Elmshorner Innenstadt möchte die
57-Jährige die Angebotslücke der Gas-tronomie für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten schließen. Wie passend, dass der Begriff „lykke“ auf Deutsch wie das Wort Lücke ausgesprochen wird.

Elke Tramm hat eine sichere Arbeitsstelle als Beamtin auf Lebenszeit im Halstenbeker Rathaus aufgegeben. Die letzten sieben Jahre hat sie als Wirtschaftförderin gearbeitet und sich mit der Entwicklung des Ortskerns befasst. Als Verwaltungsmitarbeiterin wusste sie, was bei einer Unternehmensgründung zu beachten ist. „Deswegen konnte ich das in der Zeit von Januar bis Juli auf die Beine stellen.“

Vier Monate ist es jetzt her, dass die beurlaubte Verwaltungsbeamtin ihr Café in der Elmshorner Innenstadt am Alten Markt eröffnet hat. Die Idee dazu beschäftigte sie schon längere Zeit. Als Anfang des Jahres das Gebäude in Elmshorn frei wurde, machte Elke Tramm Ernst. Die Räume dort seien der perfekte Standort für ihr Konzept. Umgeben von Geschäften, Arztpraxen und Heilpraktikern halten sich genau die Menschen, die sie ansprechen möchte, auf. Einige Gäste kämen sogar aufgrund von Empfehlungen ihrer Ärzte ins Café Lykke. Das Konzept der Neugründerin baut darauf auf, Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten gerecht zu werden, aber auch Menschen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen anzusprechen, die sich beispielsweise vegan ernähren.

„Mir ist aufgefallen, dass insbesondere diese Gruppe in Elmshorn und allgemein in der Region nicht oder nur vereinzelt, und wenn mit Aufpreisen bedient wird“, sagt sie. Laut Tramm belegen auch Studien, mit denen sie sich während des Schrittes in die Selbstständigkeit beschäftigt hat, dass die Zahl der Betroffenen mit Lebensmittelunverträglichkeiten immer weiter ansteigt. Gerade von der angestrebten Zielgruppe erhält sie eine positive Rückmeldung. Es kämen sogar Gäste von außerhalb, die auf das Café aufmerksam geworden seien.

Außer verschiedenen Kaffeeangeboten bietet die Neugründerin in ihrem Café auch Brötchen sowie Müsli zum Frühstück, süße und herzhafte Waffel- und Pfannkuchen-Variationen, Kuchen und Kekse sowie aktuell in der kalten Jahreszeit auch eine wöchentlich wechselnde Suppe an. Für ihr Angebot versucht Tramm, soweit es ihr möglich ist, regional einzukaufen. Milchprodukte werden beispielsweise zweimal die Woche frisch vom Hof Kruse aus Rellingen geliefert. Die Kölln-Reisieker Kaffeerösterei Cupbeans versorgt das Café zudem mit frisch gerösteten Kaffeebohnen.

Tramm investierte etwa 70.000 Euro

Finanziert hat sie sich die Selbstständigkeit durch private Geldgeber, die sie mit dem Konzept des Cafés für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten überzeugen konnte, sowie durch mittelständige Beteiligungsgeber. Etwa 70.000 Euro wurden für die Einrichtung und die Ausstattung der Küche aufgewendet. „Da wir für unsere Pfannkuchen und Waffeln mit unterschiedlichen Teigarten arbeiten, brauchen wir zwei Backstationen.“ Bevor Tramm allerdings investierte, hat sie sich von verschiedenen Banken beraten lassen. Neben ihrem eigenen Umfeld bestärkten sie auch die Förderlotsen der IB Bank in ihrem Plan.

Nach den ersten Monaten im Betrieb besteht das Team des Elmshorner Cafés um Elke Tramm aus zwei Teilzeitkräften sowie neun weiteren Angestellten auf 450-Euro-Basis. Dazu gehört auch die ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitsberaterin Sabine Kuhls-Dawideit, mit der das Angebot abgestimmt wird. Zudem steht diese auch für persönliche Fragen, insbesondere zu gesundheitlichen Problemen, zur Verfügung.