Pinneberg
Prisdorf

Ehemaliger Trafoturm wird zur neuen Heimat für Fledermäuse

Klaus Ramcke (l.) und Uwe Langrock

Klaus Ramcke (l.) und Uwe Langrock

Foto: Thomas Pöhlsen / HA

Geduld ist nötig, um seltenen Tieren ein Refugium zu bieten. Die Gemeinde unterstützt die Initiative des Nabu.

Prisdorf.  Einen schlichten Turm am Prisdorfer Straßenrand will der Nabu zu einem Refugium für seltene Tiere machen. Ehemals als Trafohäuschen genutzt, steht der Turm jetzt leer und soll als Nist- und Rückzugsraum genutzt werden. „Wir möchten dort Fledermäusen und Singvögeln eine neue Heimat bieten“, erklärt der Initiator Klaus Ramcke.

Das Gebäude liegt an der Straße Dahl. Es befindet sich im Eigentum der Gemeinde. Das Dorfparlament hat grundsätzlich den Plänen der Naturschützer zugestimmt. Die Details muss Nabu-Mann Ramcke nun mit Bürgermeister Wilfried Hans aushandeln. Ramcke war vor drei Jahren aus Pinneberg nach Prisdorf gezogen. Während eines Treffens mit dem Bürgermeister wurde zufällig auch über den Trafoturm gesprochen.

Inspiration hat sich Ramcke im Internet geholt. Zahlreiche Naturschutzorganisationen berichten dort von ihren Umwidmungen. Derzeit ist der Prisdorfer Turm bis auf eine kleine Zwischendecke leer. Für den Ausbau wird mit Materialkosten von 3000 Euro gerechnet. Der Nabu Pinneberg kann auf genügend Mitstreiter zählen, die sich beim Umbau engagieren und sich später auch um die Betreuung kümmern wollen.

Aus der Sicht von Uwe Landrock, Vorsitzender des Nabu Pinneberg, ist der Standort ideal für Fledermäuse. In einem Wald in der Nähe sind die Säuger bereits anzutreffen, berichtet er. An Gewässern finden sie ausreichend Nahrung. Allerdings wird ein Teil des Trafoturms auch so hergerichtet, dass er von Singvögeln genutzt werden kann. „Welche Nutzer das neue Heim bewohnen werden, lässt sich nicht vorhersagen“, so Ramcke.

„Man muss viel Geduld haben“, sagt Jörn Mohrdieck vom Nabu in Wedel. Seit 1989 beschäftigt er sich mit Fledermäusen. An einem vermeintlich gut geeigneten Platz hatte er einst einen Turm umgerüstet. Mohrdieck erinnert sich: „Es dauerte zehn Jahre, bis er angenommen wurde.“

Gerne würde Ramcke noch weitere Türme nutzbar machen, aber dazu ist schnelles Handeln erforderlich. Ein altes Schleswag-Gebäude in Prisdorf hatte er im Visier, doch bevor er aktiv werden konnte, wurde es abgerissen.