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Kreis Pinneberg

Kreiskulturpreis soll Drostei im Namen tragen

Foto: Burkhard Fuchs

Der bisherige Name sei zu sperrig, findet nicht nur die Drostei-Leiterin. Unter den vielen Vorschlägen gibt es einen Favoriten.

Kreis Pinneberg.  Nach 34 Jahren soll der Kreiskulturpreis einen eigenen Namen bekommen. Darüber sind sich Kreispolitik und Kulturszene mehrheitlich einig. „Wir brauchen einen Namen, der prägnant ist und über die Kreisgrenzen hinaus wirkt“, sagt Kerstin Seyfert, CDU, die als Vorsitzende des Kreiskulturausschusses einen konkreten Vorschlag spätestens im Januar beraten lassen möchte.

Als Favorit zeichnet sich zurzeit der Begriff „Drostei-Preis“ ab. Dieser Name hätte den Charme, dass er einerseits die Kreiskulturstätte mit herausstellt und sich andererseits auf keine Kunstgattung festlegt, was der Fall wäre, wenn der Preis nach einem bestimmten Künstler benannt würde, argumentiert Nicolai Overbeck, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Dass der Name Kreiskulturpreis dringend geändert werden sollte, wurde bei der jüngsten Preisverleihung in der Drostei eifrig diskutiert. Die aktuelle Preisträgerin Nikola Anne Mehlhorn, eine Schriftstellerin, sprach dies auch bei ihrer Danksagung an. Sie sagte: „Bitte sofort ändern. Der Preis sabotiert sich selbst.“ Sie hatte im Jahr 2000 für ihre literarische Arbeit vom Kreis Dithmarschen den Friedrich-Hebbel-Preis (5000 Euro) verliehen bekommen, was ein großes mediales Echo gefunden habe. Ganz anders sei dies nun mit dem mit insgesamt 7500 Euro dotierten Pinneberger Kreiskulturpreis gewesen. „Die Reichweite war mager. Das blockiert, als ob eine Mauer rund um den Kreis Pinneberg steht.“ Vielleicht habe dies mit „dem schlechten Image des Kreises Pinneberg“ zu tun. Ihr Vorschlag: „Kulturpreis Nord könnte ich mir gut vorstellen.“

Neuer Name soll prägnant sein und überregionale Strahlkraft entfalten

Drostei-Leiterin Stefanie Fricke, die auch der Preisjury vorsitzt, hält den jetzigen Namen Kreiskulturpreis für zu sperrig, als dass er sich zu einer Marke entwickeln könnte. „Aus Marketinggründen wäre es sinnvoll, ihm einen neuen Namen zu geben.“ Wenn er zu einem Aushängeschild für den Kreis Pinneberg würde, könnte er überregionale Wahrnehmung erzielen. Einige Preisträger erwähnten ihn nicht einmal in ihrer Vita, weil ihnen das Renommee eines Kreiskulturpreises nichts bringe.

Stefanie Fricke und der Autor Peter Schmidt aus Wedel, der dieses Thema auch bei der Laudatio für die Preisträgerin Mehlhorn am Sonntag ansprach, haben sich über mögliche Namen, die infrage kämen, bereits ihre Gedanken gemacht. Demnach würde sich Prinz Emil-Schoenaich-Carolath anbieten. Dieser Dichter des 19. Jahrhunderts lebte wohlhabend auf seinem Schloss in Haseldorf. Er besaß auch Schlösser in Dänemark und hatte Verbindungen nach Norwegen, sodass seine Ausstrahlung über die Landesgrenzen hinaus ginge, erläutert Schmidt.

Auch die Dichter Rainer Maria Rilke und Liliencron wären möglich, weil sie finanziell von Schönaich-Carolath unterstützt wurden und zeitweise in Haseldorf lebten. Der dänische Baumeister Christian Frederik Hansen, der die Marienkirche in Quickborn baute, sei eine weitere Möglichkeit. Und auch der Autor der deutschen Nationalhymne, Hoffmann von Fallersleben, gehört zu den Vorschlägen. Ein Beispiel eines gelungenen Namens ist der mit 2000 Euro dotierte Hans-Momsen-Preis, den der Kreis Nordfriesland jedes Jahr an Personen mit besonderen Verdiensten um das kulturelle Leben vergibt.

Im Sommer war bereits im Kulturausschuss des Kreistages über den Namen diskutiert worden, allerdings noch ohne Ergebnis, berichtet Kerstin Seyfert. „Wir brauchen einen prägnanten Namen, ähnlich wie der Oscar in Hollywood.“ SPD und Grüne unterstützen diese Initiative. Burkhard Stratmann, Grüne, sagt: „Ein griffiger Name könnte sich zu einer Marke entwickeln, Strahlkraft über die Kreisgrenzen hinaus entfalten und zu einem Imagegewinn für den Kreis führen.“ Overbeck meint: „Wir wollen einen Namen finden, der einprägsam ist.“ Er dürfe nur nicht einseitig Literatur, Musik, darstellende oder bildende Kunst bevorzugen.

Es gibt aber auch andere Meinungen. FDP-Fraktionschef Klaus G. Bremer hält gar nichts von den Plänen. „Ich sehe überhaupt keinen Grund, warum wir den Namen ändern sollten“, sagt der langjährige Vorsitzende der Preisjury. „Wir sind seit 1981 sehr gut gefahren mit dem Kreiskulturpreis.“