Pinneberg
Moorrege

Närrischer Auftakt in die fünfte Jahreszeit

Die frischgebackenen Moorreger Tollitäten: Prinzessin Bärbel II. und Prinz Jochen I.

Die frischgebackenen Moorreger Tollitäten: Prinzessin Bärbel II. und Prinz Jochen I.

Foto: Elvira Nickmann / HA

Neben beeindruckenden Tanzeinlagen lüfteten die Moorreger Karnevalisten am Sonnabend auch das Geheimnis um das neue Prinzenpaar.

Moorrege.  Der Monat November ist ein närrischer – jedenfalls für Karnevalisten. Bei der Sitzung des Moorreger Karnevalisten am Sonnabend gibt es dann auch das volle Programm: Die Garden tanzen, etwa 120 Gäste schunkeln und singen, das Geheimnis um das neue Prinzenpaar wird gelüftet, Büttenrede und Sketche dürften natürlich auch nicht fehlen. Der Verein bietet alles auf, was des Narren Herz erfreut. Sogar der Saal im Infozentrum der Gemeinschaftsschule in Moorrege ist ganz in Blau, Weiß und Silber geschmückt.

Bei Beginn der Veranstaltung kommt es erstmalig in der Geschichte des Vereins zu einer Verzögerung, was Präsident Julian Kabel im Folgenden immer wieder auf der Bühne thematisiert. Die Gäste, eine Garde aus Radevormwald, treffen fünfzehn Minuten zu spät ein. Als „Entschuldigung“ dafür haben sie eine Tanznummer mit südamerikanischem Flair im Gepäck, bei der im Saal richtig Stimmung aufkommt und Rufe nach Zugaben laut werden.

Die Tanzmariechen der Moorreger Karnevalisten beeindrucken dafür durch ihr fast akrobatisches Können. Kein Wunder, hat doch der Verein die erste für karnevalistischen Tanzsport lizensierte Trainerin in Schleswig-Holstein aufzuweisen.

Ehrensenator Roland Marcks ist stolz auf die Leistungen und die gute Organisation des Vereins. Er genießt das tolle Treiben um ihn herum sichtlich. „Seit meiner Regentschaft bleibt das jeweils neue Prinzenpaar bis zur Proklamation geheim“, sagt er. Und das sitzt derweil in seiner eigenen Loge und folgt dem Geschehen. Prinz Jochen I. und Prinzessin Bärbel II. heißen die frischgebackenen Tollitäten. Sie wussten, was auf sie zukommt: Vor genau 20 Jahren hatten sie das Amt schon einmal inne. Bereits 1964, im Gründungsjahr des Vereins, hatte sie als Funkenmariechen ihren Einstand gegeben. „Im Karneval steht immer der Prinz an erster Stelle“, erklärt sie. „Aber zu Hause sind wir gleichberechtigt.“ Prinz Jochen I. nickt dazu. Seine zweite Leidenschaft sei der HSV, sagt er. „Und ich muss sie erleiden“, ergänzt seine Frau.

Prinzessin Bärbel II. ist auch als Vertreterin der Piratenpartei verkleidet in der Bütt zu sehen. Da sinniert sie noch, wie man Uetersen „kapern und entern“ könne. Beim Finale geht es dann wieder ganz friedlich zu. Alle Akteure stehen auf der Bühne und singen zum Schluss „Rot, rot sind die Rosen“. Mit dem Ausmarsch geht dann auch eine rundum gelungene Veranstaltung zu Ende.