Pinneberg
Wedel

Ratsversammlung ebnet Businesspark den Weg

Der Weg für den Wedeler Businesspark ist frei

Der Weg für den Wedeler Businesspark ist frei

Foto: Stadt Wedel

Ratsversammlung verweigert Finanzmittel für Nordumfahrung. Streit zwischen Bürgermeister und SPD-Ratsherr eskaliert.

Wedel.  Der Weg für Wedels Businesspark Elbufer ist frei – der für die Nordumfahrung dagegen verbaut: Mit deutlicher Mehrheit hat die Wedeler Ratsversammlung am Donnerstagabend den Satzungsbeschluss für den B-Plan 88 (BusinessPark) gefasst, die Freigabe von Planungsleistungen für die Nordumfahrung jedoch abgelehnt.

„Wir werden jetzt 2016 die Erschließungsstraße bauen“, kündigte Bürgermeister Niels Schmidt an. Mit 19 Stimmen von CDU, FDP und WSI und gegen die elf Mandatsträger von SPD, Linken und Grünen hatte das Gremium grünes Licht gegeben. Schmidt hofft, dass Ende 2016/Anfang 2017 das erste Grundstück im Businesspark verkauft werden kann. „Wenn das Projekt klappt, wäre das die Initialzündung für das Gebiet.“ Ein Investor sei derzeit dabei, die Realisierungschancen für ein Großprojekt zu eruieren.

Einer bereits angekündigten Klage sehe er gelassen entgegen. „Das erschwert es an einer Ecke, verhindert aber nicht das Gesamtprojekt.“ Noch nicht entschieden ist über die Normenkontrollklage, die Wedel gegen einen B-Plan auf angrenzendem Hamburger Gebiet eingereicht hat, wo ein reines Wohngebiet geplant ist.

Ein riesiges Wohngebiet mit 900 Einheiten könnte eines Tages im Norden Wedels Realität werden. Eine Voraussetzung für die Erschließung ist der Bau der Nordumfahrung. Nachdem der Planungsausschuss kürzlich die Freigabe von Mitteln für die Planungsleistungen befürwortet, der Finanzausschuss dies jedoch zurückgewiesen hatte, oblag dem Rat im nicht öffentlichen Teil das letzte Wort. Mit großer Mehrheit lehnten die Politiker die Ausgabe ab. Damit dürfte die Umgehungsstraße für längere Zeit ad acta gelegt worden sein. Sie wird erst wieder aktuell, wenn der Investor des Wohnbauprojektes seine Bereitschaft zur Mitfinanzierung der Trasse erklären würde.

Ebenfalls hinter verschlossenen Türen wurde beschlossen, dass die Stadt die Flüchtlingsunterkunft am Steinberg selbst bauen soll. Ein mögliches Investorenmodell wird nicht weiter verfolgt, obwohl dazu noch nicht einmal Angebote eingeholt worden waren. Die Unterkunft neben der Steinberghalle soll 2017 fertiggestellt werden und 70 Personen Platz bieten.

Eine Passage auf der Homepage des Verwaltungschefs brachte SPD-Ratsherr Manfred Eichhorn in Rage. Als „schwarze Schafe“ hatte der Bürgermeister vier von ihm namentlich genannte Kommunalpolitiker bezeichnet, die im Fall der erfolglosen Strafanzeige gegen ihn durch einen Bauunternehmer durch Abgabe einer persönlichen Erklärung involviert waren. Eichhorn fühlte sich beleidigt und forderte eine Streichung der Passage. Schmidt entschuldigte sich für die Wortwahl schwarzes Schaf, will jedoch die Erklärung nicht löschen.