Pinneberg
Kreis Pinneberg

Alter Apfelsorte neues Leben eingehaucht

Die Shcüler des Ludwig-Meyn-Gymnsaiums in Uetersen haben mit Hacke und Spaten die neuen Wildbäume gepflanzt

Die Shcüler des Ludwig-Meyn-Gymnsaiums in Uetersen haben mit Hacke und Spaten die neuen Wildbäume gepflanzt

Foto: privat / HA

Schüler des Uetersener Ludwig-Meyn-Gymnasiums pflanzen 150 Wildapfelbäume für das Auwaldprojekt an der Krückau.

Kreis Pinneberg.  Der LMG-Zukunftswald ist um einige Bäume reicher. Die Schüler der Klassen 9a und 9c des Ludwig-Meyn-Gymnasiums Uetersen haben 150 Wildapfelbäume, die sie selbst aufgezogen haben, an der Krückau in Alveslohe gepflanzt. Die Aktion ist ein weiterer Schritt für die Entwicklung des Auwaldbildungsprojektes „LMG-Zukunftswald“, das die Schule seit 2002 mit verschiedenen Kooperationspartnern am Oberlauf der Krückau in den Gemeinden Alveslohe und Langeln betreibt.

Etwa 30.000 Bäume und Sträucher sind für den Zukunftswald bereits gepflanzt worden, um die 27 Hektar Fläche aufzuforsten und zu renaturieren. Die ökologische Verbesserung der Krückau und ihrer Talaue sind die Hauptziele des Projektes, das vom LMG-Lehrer Gerd Janssen einst ins Leben gerufen wurde. „Die Schüler wollen mit dem Projekt einen ehrenamtlichen Beitrag zur staatlichen Aufgabe der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie leisten“, sagt Janssen. Mittels dieser sollen Gewässer in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden.

Teil dieses Langzeitprojektes ist seit 2013 auch der heimische Wildapfel. Er ist im selben Jahr zum „Baum des Jahres“ ausgerufen worden . „Die Art, die bevorzugt Auwälder besiedelt, war früher in feuchten Laubwäldern unserer Landschaft häufig. Heute ist sie fast überall verschwunden“, sagt Janssen. Es gebe im Krückaubereich aber noch einige sehr alte und äußerst imposante Exemplare. Deren Abstände zueinander und damit auch die Abstände der Blüten seien allerdings so groß, dass sie von Bienen kaum überwunden werden. Die Befruchtung erfolge daher durchweg mit Pollen von Kulturäpfeln. Das Ergebnis sind demzufolge Mischlinge.

Um etwas für die Erhaltung des reinen Wildapfels zu tun, hat die Schule mit Hans Jürgen Arndt von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Hannoversch Münden ein gemeinsames Konzept entwickelt. Als zuständige Organisation für Fragen der Erhaltung seltener Baumarten hat die Anstalt das Vorhaben von Anfang an unterstützt. Zunächst wurde dort Material von vier im Krückaubereich entdeckten alten Bäumen genetisch untersucht. „Dabei erwiesen sich alle als reine Wildäpfel. So schien es lohnend, durch die Pflanzung zusätzlicher junger Bäume in den Zwischenräumen die Chancen für eine künftige natürliche Vermehrung zu steigern“, sagt Janssen. Deshalb hatte die Versuchsanstalt 2013 bundesweit erstmalig und bis heute auch einmalig Saatgut für ein Schulprojekt zur Verfügung gestellt, das aus ihrer Modellsamenplantage in Vaake bei Hannoversch Münden stammt. „In der Blütezeit der Äpfel wird diese Plantage mit einem Netz gegen das Einfliegen von Bienen geschützt. Statt der Bienen übernehmen dort speziell gezüchtete Hummeln die Bestäubung“, erklärt Janssen. Auf diese Weise werde eine Vermischung mit dem Kulturapfel ausgeschlossen.

Wie schon bei der Aktion zum Schuljubiläum 2013 erfolgte die Pflanzung auf einer Fläche des Gewässerpflegeverbandes Krückau-Pinnau, dessen Vorsteher Hermann Freese das Projekt mit seinem Verband unterstützt. Forstliche Beratung erhielten die Schüler erneut von Hans-Albrecht Hewicker, dem früheren Leiter des Forstamtes Rantzau und Ehrenvorsitzenden der Kreisjägerschaft Pinneberg, der mit Jägerkollegen die Schüler bei der Pflanzung unterstützte. Hewicker lobt das Engagement der Schüler. Sie würden einen besonders wertvollen Beitrag zum Erhöhen der Artenvielfalt der heimischen Flussauen leisten.

Janssen will zum 95. und 100. Schuljubiläum wiederum große Pflanzaktionen mit den Schülern des Uetersener Gymnasiums starten. Dafür sei aber der Ankauf weiterer Flächen in der Talaue notwendig. Deshalb fordert Initiator Janssen von der Landesregierung, dass sie rechtzeitig für ausreichenden Flächenankauf sorgen müsse. Ohne dies könne das bisher von der Landesregierung hochgelobte Auwaldbildungsprojekt des LMG nicht in dieser Art fortgeführt werden