Pinneberg
Quickborn

Stadt gibt Millionen für Flüchtlinge aus

Wirtschaftsfördererin Maren Rusch und Fachbereichsleiter Volker Dentzin in der Abteilung Flüchtlingsunterbringung der Quickborner Stadtverwaltung, die Rusch leitet

Wirtschaftsfördererin Maren Rusch und Fachbereichsleiter Volker Dentzin in der Abteilung Flüchtlingsunterbringung der Quickborner Stadtverwaltung, die Rusch leitet

Foto: Burkhard Fuchs

Eilentscheidung der Ratsversammlung für 20 Container. Kauf weiterer Immobilien genehmigt. Haushalt um eine Million Euro erhöht.

Quickborn.  Die Stadt Quickborn dreht jetzt am großen Rad, was die Unterbringung von Flüchtlingen angeht. So hat die Ratsversammlung am Montagabend in einer Eilentscheidung die außerplanmäßige Ausgabe von Bürgermeister Thomas Köppl genehmigt, für 266.000 Euro 20 Container zu bestellen, die 80 Flüchtlinge beherbergen können. Zusätzlich hat der Rat den laufenden Haushalt um eine Million Euro ausgeweitet, um weitere Immobilien erwerben zu können. Ein fünftes Objekt hat die Stadt jetzt am Harksheider Weg gekauft, was Platz für bis zu 30 Asylbewerber schafft. Etwa 800.000 Euro hat Quickborn somit bislang in den Ankauf von Wohnungen investiert.

„Uns geht es vor allem darum, auf den erwarteten weiter ansteigenden Zustrom von Flüchtlingen reagieren zu können“, erklärt Fachbereichsleiter Volker Dentzin die Strategie der Verwaltung. Bislang konnten die 192 der Stadt Quickborn zugewiesenen Flüchtlinge allesamt dezentral in städtischen Unterkünften sowie gekauften und angemieteten Wohnungen untergebracht werden. Bei den erwarteten 60 weiteren Zuweisungen bis Ende 2015 und 400 aufzunehmenden Menschen bis Ende 2016 werde dies wohl nicht mehr möglich sein, erläutert Dentzin.

250 Betten und 180 Schränke

Darum sollen nun die bestellten Wohn- und Sanitärcontainer je nach Bedarf auf städtischen Flächen aufgestellt werden. Die ersten fünf für 20 Flüchtlinge sollen voraussichtlich auf dem Parkplatz am Freibad stehen, wo die Bewohner dann auch die sanitären Einrichtungen des Freibades nutzen könnten. Des weiteren hat Bürgermeister Köppl 150 Etagen- und 100 Einzelbetten sowie 400 Matratzen, 250 Bettlaken und 180 Schränke für die Flüchtlingshilfe geordert.

Parallel dazu wird ein zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus im Harksheider Weg gekauft. „Der Notartermin ist diese Woche“, sagt Dentzin. Die Verwaltung müsse noch einige Umbauten vornehmen und könne nicht sofort über alle Räume verfügen. Nach Abendblatt-Informationen ist noch eine Arztpraxis in dem Gebäude, die aber im November verlagert wird.

Die zusätzlich dringend benötigte Million Euro wird mit einem Kredit bezahlt. Die außerplanmäßige Containerbestellung mit Ausstattung wird durch Verschiebung von Ausgaben für die Sanierung des Schulzentrums-Süd ins nächste Jahr finanziert. Zudem wird dafür ein Teil des Gewinns der Stadtwerke verwendet.

Auf keinen Fall Zelte aufstellen

„Wir wollen mit dieser Strategie verhindern, Sporthallen für die Unterbringung von Flüchtlingen nutzen zu müssen“, erläutert Fachbereichsleiter Dentzin. „Und Zelte aufstellen wollen wir auf gar keinen Fall. Damit dürften wir für das nächste Jahr zunächst einmal gewappnet sein.“

Die Ratsversammlung segnete diesen Kurs der Verwaltung einstimmig ab. „Er ist der dramatischen Situation zur Unterbringung der Flüchtlinge geschuldet, damit wir schnell auf dem Immobilienmarkt reagieren können“, zeigte CDU-Fraktionschef Klaus H. Hensel Verständnis. Er hoffe allerdings, dass dieses Geld nur vorfinanziert sei und irgendwann von Bund und Land wieder zurück in die Kommune fließe. „Sonst haben wir keinen Spielraum für weitere Investitionen.“ Die Verschuldung Quickborns steigt in diesem Jahr von 44,7 auf 50,5 Millionen Euro.