Pinneberg
Halstenbek

Zum Kirchenjubiläum gibt es ein Klavier

Hye-Yeon ko und Stefan Rasch, die beiden Kirchenmusiker der Erlöserkirchengemeinde am neuen Instrument

Hye-Yeon ko und Stefan Rasch, die beiden Kirchenmusiker der Erlöserkirchengemeinde am neuen Instrument

Foto: Arne Kolarczyk / HA

Erlöserkirche wird 60 Jahre alt und erhält dank Spenden das neue Instrument. Piano erklingt erstmals bei Nacht der Kirchenmusik.

Halstenbek.  Als die Halstenbeker Erlöserkirche im Jahr 2005 ihren 50. Geburtstag feierte, gab es als Präsent eine neue, 290.000 Euro teure Orgel. In diesen Tagen jährt sich die Einweihung des Gotteshauses zum 60. Mal – und wieder gibt es ein Instrument als Präsent. Dieses Mal ist es „nur“ ein neues Klavier, das am Freitag, 9. Oktober, während der dritten Nacht der Kirchenmusik eingeweiht wird.

„Ich bin überglücklich, dass es innerhalb von nur einem Jahr gelungen ist, das Instrument zu beschaffen“, sagt Hye-Yeon Ko, die Kirchenmusikerin der Gemeinde. Sechs Benefizkonzerte, mehrere Kollekten und ein großer Betrag eines anonymen Spenders reichten aus, das knapp 14.000 Euro teure In-strument von Yamaha zu beschaffen. „Vorigen Donnerstag haben wir es bekommen“, so Ko weiter.

Das alte Klavier war älter als das Kirchengebäude. „Es handelte sich um ein Erbstück eines ehemaligen Hausmeisters“, berichtet Stefan Rasch, der gemeinsam mit Hye-Yeon Ko die Kirchenmusik der Erlöserkirche verantwortet. Man habe zuletzt nochmals versucht, das alte Instrument zu stimmen. „Gebracht hat das leider nichts mehr.“

Das neue Klavier kommt sowohl bei Konzerten als auch im Gottesdienst zum Einsatz. Seine Premiere feiert es am Freitag um 19.30 Uhr bei der Nacht der Kirchenmusik. „Unser Motto lautet naturgemäß ‘Ein Klavier, ein Klavier’“, erläutert Rasch. Bei allen Darbietungen stehe die Neuerwerbung im Fokus: „Das Klavier wird mal zwei-, mal vierhändig bespielt. Es wird allein zu hören sein, mal dient es als Begleitinstrument“, erläutert Rasch. Das Programm sei bunt gemischt wie die Akteure: „Es gibt alles von Klassik bis Pop. Wir beide sind dabei, ebenso wie die Kantorei Krupunder, der Kammerchor der Erlöserkirche und ein Vokalquartett“, sagt der Kirchenmusiker. Auch zwei Mitglieder der Gemeinde und sogar Pastor Norbert Dierks würden etwas auf dem Klavier beitragen. Der Eintritt sei frei, um Spenden zur Unterstützung der Kirchenmusik werde gebeten.

Pastor Dierks steht auch am Sonntag, 11. Oktober, im Mittelpunkt, wenn der Geburtstag des Gotteshaus von 10 Uhr an mit einem Festgottesdienst inklusive Abendmahl gefeiert wird. Für die musikalische Ausgestaltung sorgen mit den Kirchenmusikern der Kammerchor der Erlöserkirche. Im Anschluss gibt es weder Reden noch Grußworte, sondern einfach ein Beisammensein der Kirchengemeinde im Gemeindehaus – mit einem „Kirchenkaffee Deluxe“. Den gebührenden Abschluss bietet um 12.30 Uhr der Kammerchor der Erlöserkirche unter Leitung von Kirchenmusiker Rasch mit einem Mini-Konzert.

Die evangelisch-lutherische Gemeinde, die einst zu Rellingen gehörte, wurde 1953 selbstständig. Wenig später erwarb die neue Gemeinde an der Ecke Feldstraße/Friedrichstraße von den Geschwistern Heins ein Grundstück mit dem Zweck, dort eine Kirche zu bauen. Den Auftrag dazu erhielt der Pinneberger Architekt Klaus Groth, der sich für seinen Entwurf die Kirche in Hamburg-Volksdorf zum Vorbild genommen haben soll. Groth verantwortete unter anderem auch die Lutherkirche in Pinneberg.

Am 8. April 1954 lag der Gemeinde die Baugenehmigung vor, wenig später begannen die Arbeiten. Architekt Groth beschrieb sein Werk folgendermaßen: „Die vorgesehene Anlage gliedert sich in das eigentliche Kirchenschiff mit Chor und Vorraum, der gleichzeitig als Taufkapelle dient, den Turm, ein breit vorgelagertes Schutzdach sowie den Anbau mit Sakristei und einem Versammlungsraum.“ Die Grundsteinlegung erfolgte am 25. April 1954, das Richtfest am 26. August des Jahres. Die Einweihung konnte am 23. Oktober 1955 gefeiert werden. Dazu stiftete der damalige Bundespräsident Theodor Heuss eigens eine Altarbibel für die Gemeinde.