Pinneberg
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Stadt muss Platz für Flüchtlinge schaffen

Pro Woche kommen 15 Flüchtlinge in Pinneberg an (Symbolbild)

Pro Woche kommen 15 Flüchtlinge in Pinneberg an (Symbolbild)

Foto: Swen Pförtner / dpa

Pro Woche kommen 15 Flüchtlinge. Verhandlungen über DRK-Heim und andere Objekte laufen. Auch die Kaserne bleibt eine Option.

Pinneberg.  „Neues Denken ist gefragt“ – diese Maxime gab Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg im Mittwochabend im Sozialausschuss vor, als es um die Unterbringung von Flüchtlingen ging. Ein Denkmodell ist, Asylbewerber im Fünf-Städte-Heim in Hörnum auf Sylt unterzubringen (siehe Bericht Seite 1). „Wir sind einer der Träger des Heims, aber in dieser Sache nicht Verhandlungsführer“, sagt Stadtsprecher Marc Trampe.

Vorrangig prüfe die Stadt, Kapazitäten innerhalb der Stadtgrenzen zu schaffen. Die Option, das leerstehende Haus 3 der Eggerstedt-Kaserne zu nutzen, wolle sich die Verwaltung offenhalten. Ein Grundsatzbeschluss in dieser Sache fassten die Politiker nicht. Einstimmig gaben sie einem Antrag von CDU und SPD statt, das Thema zu vertagen, bis die Verwaltung weitere Informationen vorlegen kann.

Laut Steinberg muss die Kreisstadt aktuell 324 Flüchtlinge unterbringen, bis Ende September steige die Zahl auf 339. Sie rechne mit einer wöchentlichen Aufnahme von 15 Flüchtlingen, sodass sich die Zahl bis Jahresende verdoppeln werde. Dann sei die Stadt für die Unterbringung von 600 Asylbewerbern und 100 Obdachlosen zuständig.

Ende September bringe die Stadt 121 Personen in angemieteten Wohnungen, 169 in Hotels, 41 in städtischen Unterkünften sowie acht bei Verwandten unter. Steinberg ging auch auf die Kritik ein, dass es der Stadt bisher nicht gelungen sei, neue Quartiere zu errichten. „Es ist aber bereits jede Menge Planungs- und Abstimmungsarbeit geleistet worden, die natürlich nicht sichtbar ist.“ Viele Planungen seien durch neue Prognosen überholt.

Daher habe die Stadt eine Kehrtwende vollzogen und Gespräche mit dem DRK aufgenommen, um das ehemalige Altenheim Am Rehmen zu kaufen. Geplant sei die kurzfristige Übernahme von Haupthaus, Hausmeisterhaus und Schwesternwohnheim. Ein Gutachter prüfe jetzt, wie schnell die drei Gebäude wieder genutzt werden könnten. Kommenden Mittwoch seien finale Gespräche mit dem DRK geplant, am 1. Oktober solle der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen über die Modalitäten informiert werden.

An der Müssentwiete wird laut Steinberg über ein zinsloses KfW-Darlehen ein Gebäude errichtet, das Platz für 36 Flüchtlinge biete. Ein weiteres größeres Objekt im Stadtgebiet für 40 Flüchtlinge stehe kurz vor der Anmietung, notwendige Umbauten durch den Vermieter seien bereits im Gange. Die ehemalige Kita Horn müsste für 400.000 Euro saniert werden, bevor sie nutzbar wäre. Ein Objekt an der Schauenburger Straße müsste mit einem Kostenaufwand von 200.000 Euro hergerichtet werden. Hier erwarte die Stadt parallel ein Angebot eines Investors, der das Gebäude erwerben, abreißen, neu bauen und an die Stadt vermieten wolle. Außerdem prüfe die Stadt, wo kurzfristig Wohnraum angemietet werden könnte.

Für das Haus 3 in der Kaserne würden kurzfristig Kostenvoranschläge eingeholt, um das Gebäude nutzbar zu machen. So fehlten Toiletten und Duschen, Zwischenwände sowie Büroräume müssten geschaffen werden. Das Konzept dazu werde verwaltungsintern erstellt, so entständen Pinneberg zunächst keine Kosten. Sollten ausreichend anderweitige Unterbringungskonzepte geschaffen werden, würde die Stadt auf das Haus 3 als Unterkunft verzichten. Die nächste Sitzung des Ausschusses ist am 11. November.