Pinneberg
Neueröffnung

Schenefeld erhält eine Veranstaltungshalle

Carsten-Lutz Spanger (l.) und Jörg Stephan Hürten wollen in Schenefeld eine neue Gastronomie und Eventlocation etablieren

Carsten-Lutz Spanger (l.) und Jörg Stephan Hürten wollen in Schenefeld eine neue Gastronomie und Eventlocation etablieren

Foto: Katy Krause / HA

Zwei Tennissportler planen im Industriegebiet am Stadtzentrum eine Eventgastronomie. „Lustis“ soll bereits im Oktober eröffnet werden.

Schenefeld. Eine Veranstaltungshalle, eine Außengastronomie am Stadtzentrum und mehr attraktive Freizeitangebote: Das waren Wünsche, die während der Auftaktveranstaltung zur neuen Stadtkernplanung im Juli von den Schenefeldern genannt worden sind. Es wirkt fast so, als hätten Stephan Hürten und Carsten-Lutz Spanger mitgeschrieben und würden das jetzt kurzerhand in die Tat umsetzen. Tatsächlich planen die beiden Schenefelder schon deutlich länger, einen neuen Treffpunkt in der Stadt zu etablieren. Aber sie nahmen bei der Auftaktveranstaltung erfreut zur Kenntnis, wie sehr sie mit ihrer Idee einen Nerv getroffen haben.

Der Ur-Schenefelder Spanger und der aus Köln einst zugezogene Hürten wissen aus eigener Erfahrung um das Problem ihrer Heimatstadt. „Es gibt wenig Möglichkeiten in Schenefeld, wo man sich bei gutem Wetter treffen und einfach zusammensitzen kann, ohne das Gefühl zu haben, etwas essen zu müssen“, erklärt Hürten, und sein Geschäftspartner Spanger ergänzt: „Wir schließen endlich diese gastronomische Lücke.“

Die Arbeiten sind bereits in vollem Gange. Mitten im Industriegebiet in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadtzentrum entsteht derzeit die Eventgastronomie „Lustis“. Sie soll vereinen, was sich die Schenefelder eingangs wünschten: Außengastronomie, Veranstaltungshalle sowie Treff- beziehungsweise Anziehungspunkt.

An einem Teich entsteht ein Biergarten mit etwa 50 Plätzen

Anfang des Jahres hatten sich Spanger und Hürten die Anlage an der Industriestraße angesehen. Damals war die 650 Quadratmeter große Gewerbehalle samt Büroräumen noch Sitz einer Firma, die Fläche mit Ware zugestellt. Trotzdem waren sich die Schenefelder nach dem Besuch sofort einig: „Das ist es!“ Hier könnten sie ihre Idee verwirklichen. Vor allem der 170 Quadratemeter große Außenbereich in Richtung Düpenau hatte es ihnen angetan. Der überrascht nicht nur mit Apfel- und Kirschbäumen, sondern hier existiert noch aus alten Zeiten ein groß angelegter Teich samt Goldfischen und Seerosen. Hier wird der Biergarten mit etwa 50 Plätzen entstehen.

In der Halle wird derzeit an den Veranstaltungsräumen gebaut. Der größte wird etwa 100 Menschen Platz bieten und über eine kleine Bühne verfügen. Die Räume können für Geburtstage und Weihnachtsfeiern gemietet werden. Die beiden Schenefelder, die sich durch ihre Arbeit im Vorstand des hiesigen Tennisclubs sehr gut kennen, planen aber auch eigene Veranstaltungen. So sollen hier kleinere Konzerte, Ausstellungen, Lesungen und Vortragsreihen Besucher anziehen. Die Eröffnung des Lustis ist für Oktober geplant.

Bis dahin ist noch Einiges zu tun. In den aufwendigen Umbau und die modernen Möbel investieren die beiden Unternehmer 250.000 Euro. Bislang waren beide nicht in der Gastronomie tätig. Hürten gründete vor 30 Jahren die Agentur Hastings Audio Network, die sich auf die Vertonung von Werbefilmen und -musik spezialisierte. Mit Erfolg. Mit 60 Jahren zog er sich kürzlich als Geschäftsführer zurück. Auch Spanger wagt mit 50 den beruflichen Umstieg. Er betrieb bis vor kurzem eine Tennishalle samt Gastronomie an der Kieler Straße, bis er ein gutes Angebot bekam. „Es gibt für uns keinen Druck, aber den Willen etwas, das wir immer machen wollten, nun umzusetzen“, erklärt Hürten.

Stadtkernplanung hätte beinahe das Aus für das Projekt bedeutet

Die Idee hätte sie schon seit Jahren immer wieder einmal bewegt. Erstmals überlegten sie, unter die Gastronome zu gehen, als der Schenefelder Tennisverein für das Clubhaus einen neuen Pächter suchte. Jetzt habe es einfach gepasst, sind sich die beiden einig. Wobei sie anfangs mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Ausgerechnet der Beginn der neuen Stadtkernplanung hätte beinahe das Aus für das Projekt bedeutet. Denn die Halle liegt im Planungsgebiet, die Stadt verweigerte das Einvernehmen mit Blick auf die aktuelle Diskussion. Doch die Unternehmer ließen nicht locker, konnten mithilfe eines städtebaulichen Vertrages die Weichen für die erwünschte Eventgastronomie stellen.