Pinneberg
Friedensandacht

70 Jahre danach gedenken Wedeler Hiroshima

Bei zahlreichen Veranstaltung so wie in Wedel wird weltweit an den Bombenangriff auf die japanische Stadt Hiroshima erinnert

Bei zahlreichen Veranstaltung so wie in Wedel wird weltweit an den Bombenangriff auf die japanische Stadt Hiroshima erinnert

Foto: KAZUHIRO NOGI / AFP

Jürgen Scheffran wird am 7. August erwartet. Der Professor vom Institut für Friedensforschung an der Uni Hamburg hält einen Vortrag.

Wedel. Es ist 70 Jahre her, dass die Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki niedergingen. Die Folgen dieses nuklearen Angriffs sind bis heute spürbar. Von den Bewohnern, die die Bomben damals überstanden, leben noch etwa 200.000 Menschen. Allerdings leiden viele von ihnen an den langfristigen Folgen, sind aufgrund der Verstrahlung in medizinischer Behandlung. Um an die Ereignisse zu erinnern und vor der Gefahr durch Atomwaffen zu warnen, organisiert die Mitglieder des Friedensnetzwerkes im Kreis Pinneberg jedes Jahr eine Gedenkveranstaltung.

Gerade zum 70. Jahrestag wollen die Aktivisten an die Ereignissen erinnern und laden für Freitag, 7. August, zur Veranstaltung nach Wedel ein. Mit Tausenden Kerzen möchten die Organisatoren die Nacht erhellen. Die Veranstalter knüpfen damit an die japanische Tradition an, am Hiroshimatag brennende Kerzen auf Gewässern schwimmen zu lassen. Gegen 21.30 Uhr werden die Lichter auf den Mühlenteich an der Mühlenstraße in Wasser gesetzt. Zuvor werden Lotosblüten aus Papier gemeinsam gebastelt.

Auf dem Programm stehen zudem Gedichte, Informationen und Lieder. Um 20.30 Uhr wird Marianne Kolter erwartet. Als Vertreterin der Anti-Atomkraft-Bewegung wird sie einen Vortrag zur Gefahr der Atomenergie halten. Anschließend werden Zeitzeugenberichte vorgelesen. Gegen 20.50 Uhr spricht Jürgen Scheffran. Der Professor vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg ist Experte für Sicherheits- und Konfliktforschung und informiert die Besucher über aktuelle Gefahren und die Forderung nach Abschaffung von Atomwaffen.

Zusätzlich hält Pastor Dietrich Stein aus Dithmarschen eine Friedensandacht, die musikalisch von den Bläsern der Kirchengemeinde Schulau unterstützt wird. Auch zwei Neuwedeler beteiligen sich an der Veranstaltung. Sherin und Haya Elias aus Syrien tragen Lieder vor.

Bereits an diesem Donnerstag, 6. August, lädt die Friedenswerkstatt Wedel zu der alljährlichen „Mahnwache für den Frieden“ vor dem Wedeler Postgebäude, Bahnhofstraße 18a, von 16 bis 18 Uhr ein.