Halstenbek

Eine Schule zieht in den Sommerferien um

| Lesedauer: 3 Minuten
Arne Kolarczyk

Während im Neubau des Halstenbeker Gymnasiums noch Handwerker arbeiten, leistet auch die Umzugsfirma ganze Arbeit.

Halstenbek.  Es herrscht Stau vor dem Aufzug. Ein riesiger Globus, eine große gelb-blaue Kommode und das Abschiedsgeschenk des Abiturjahrgangs von 1990, eine gläserne Vitrine, versperren einen Teil der Eingangshalle. Madlen Biermann schreckt das nicht. „Die Umzugsleute leisten ganze Arbeit, bis heute Abend ist das alles verschwunden“, ist sich die Mitarbeiterin des Halstenbeker Rathauses sicher.

Ihren Schreibtisch hat die 24-Jährige in diesen Tagen gegen den Neubau des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums eingetauscht. Am ersten Schultag nach den Sommerferien am 31. August sollen mehr als 1000 Schüler erstmals in dem Gebäude unterrichtet werden. Bis dahin ist noch eine Menge zu tun. Zu den 100 Handwerkern, die an der Fertigstellung der Räume arbeiten, haben sich mit Beginn der Sommerferien 13 Kräfte eines Umzugsunternehmens gesellt. Sie sorgen dafür, dass alles Hab und Gut aus der alten Schule in den wenige Meter entfernt entstandenen Neubau transportiert wird.

„Das ist unendlich viel“, sagt Biermann. Allein 2500 randvolle Umzugskartons würden auf die Möbelpacker warten. Hinzu kämen diverse größere, sperrige Gegenstände, die auf Rollwagen von einem Haus ins andere gebracht werden müssen. Und das, obwohl die neue Schule zum Großteil neues Mobiliar erhält. „Wir nehmen lediglich drei Klassensätze und einige Möbel des Verwaltungstraktes mit“, erläutert die 24-Jährige. Verpackt hat die Schule alles selbst. Die Lehrer waren in der letzten Woche vor den Ferien fleißig – und auch einige Schüler, die sich freiwillig zum Arbeitseinsatz gemeldet hatten, halfen laut Biermann mit.

Alle Kartons und Gegenstände sind mit Zielaufklebern versehen, damit die Möbelpacker nichts falsch machen können. Auspacken wird die Schule wieder selbst. In der letzten Ferienwoche sollen erneut die Lehrer zur Tat schreiten und dafür sorgen, dass am ersten Schultag der Unterricht planmäßig beginnen kann.

„Die Schüler freuen sich auf das neue Gebäude“

„Das wird ein spannender Tag, den ich mir nicht entgehen lasse“, sagt Madlen Biermann. Sie ist besonders gespannt, wie sich die Schüler in dem neuen Gebäude zurechtfinden werden. „Ich habe allen Pläne geschickt, wo etwa die Fahrradständer sind und wie sie in das Gebäude reinkommen“. Biermann rechnet damit, dass die ersten Tage noch etwas chaotisch werden. „Aber dann wird das gehen. Die Schüler freuen sich auf das neue Gebäude.“

Damit dort alles rechtzeitig fertig wird, ist Marius Mählmann vor Ort. Er koordiniert für die Projektgesellschaft des Baukonzerns Hochtief, der beim Gymnasium Vertragspartner der Gemeinde im Rahmen eines Projektes in Öffentlich-Privater-Partnerschaft ist, die Handwerker. „Maler, Bodenleger, Elektriker, diese Gewerke sind zurzeit noch vor Ort.“ Auch der Schulhof und die Kiss & Ride-Zone vor dem Haupteingang müssten noch fertig gepflastert werden. Laut Mählmann werde alles rechtzeitig fertig – inklusive der Aula, die ebenfalls noch Baustellencharme versprüht. Das neue Mobiliar ist eingetroffen, einige Räume sind bereits mit Möbeln versehen.

„Das sieht hier jeden Tag anders aus. Ich hatte Freitag einen Tag frei und habe mich am Montag gewundert, wie weit die Arbeiter gekommen sind“, sagt Verwaltungsmitarbeiterin Biermann. Die 24-Jährige ist als Herrin über die roten Punkte bei den Handwerkern gefürchtet. „Überall, wo ich einen Baumangel erkenne, klebe ich einen roten Punkt daneben.“ In einigen Räumen dominiert die Farbe Rot. Größtenteils handelt es sich um Kleinigkeiten – meistens muss der Maler noch einmal ran, weil Kratzer oder kleinere Dellen den Gesamteindruck trüben.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Pinneberg