Pinneberg
PZ-Regional

„Unter der Woche“ – Was heißt das?

Leiden Sie auch schon unter diesem ständigen „unter der Woche“? Ich stammele nicht, sondern meine jene Beschreibung eines Zeitraums, die uns im Norden eigentlich unter „während der Woche” geläufig ist. Oder etwa schon war? Denn immer mehr breitet sich „unter der Woche” nördlich von Hannover und damit auch im Süden Hamburgs aus. Tut mir leid, aber mir tut das weh im Ohr, egal, ob ich „unter der Woche” nun höre oder lese.

Meine Nachforschungen in internetgestützten Verzeichnissen ergaben, dass mit „unter der Woche” meistens die Arbeitswoche von montags bis freitags gemeint ist. Na gut, aber das kann man ja auch wie bisher mit „während der Woche” oder „im Laufe der Woche” sagen, oder?

Manche Quellen vermuten, dass sich „unter der Woche“ vom Süden her aus dem bayerisch-österreichischen Sprachraum gen Norden ausgebreitet hat. Wäre ja auch kein Wunder. Immerhin sind bei uns ja schon die Bussis und die Schmankerln eingenordet worden.

Aber mal unter uns: „Unter der Woche” – das geht gar nicht! Das Verhältniswort oder Umstandswort (je nach Anwendung) „unter” kommt mir nur unter, wenn es um „unter oder über” geht oder von „unter anderem” und „unter 30 Jahren” die Rede ist. Zum Beispiel: Der Straßenzustand ist „unter aller Sau“. Klartext, den jeder versteht, sogar in Bayern. Alles klar?

Und wohin nun mit dem „unter der Woche”? Ich empfehle da einfach mal die unterste Schublade.